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Dorfladen ist erneut geschlossen

Schon wieder einen Betreiber gesucht Dorfladen ist erneut geschlossen

Auch im zweiten Anlauf gescheitert ist der Dorfladen Reiffenhausen. Am 2. Juli hat der bisherige Betreiber, die Dorfladen Reinhausen Unternehmer-Gesellschaft (UG), den Betrieb geschlossen. Der Förderverein hatte sich zuvor dagegen ausgesprochen, Verluste aus der Anlaufzeit zu tragen.

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Der Dorfladen in Reiffenhausen.

Quelle: Peter Heller

Reiffenhausen. Es hätte alles so schön zueinander gepasst: Die Reinhausen UG betrieb schon Dorfläden in Bremke und Reinhausen und übernahm Anfang Dezember 2015 ihren dritten Laden in Reiffenhausen. Geschäftsführer Peter Heimbs führte alle drei Geschäfte als Profitcenter. Ein jeder muss sich also allein tragen, profitiert aber von gemeinsamem Einkauf und Logistik.

In Reiffenhausen hatte sich zudem ein Förderverein mit 95 Mitgliedern gegründet, der den Dorfladen mit seinen Mitgliedsbeiträgen und mit tatkräftiger Hilfe unterstützen wollte. Allerdings: Dass es auch darum gehen würde, anfängliche Verluste beziehungsweise die Kosten der Erstausstattung mit Waren zu finanzieren, daran hatte der Förderverein laut Vorstandsmitglied Bernd Fehrensen „wohl nicht gedacht“.

Im Vertrag mit der UG sei das auch nicht so klar geregelt worden beziehungsweise stünden unklare Begrifflichkeiten. Man sei eben unerfahren, sagt Fehrensen. Es sei jedenfalls nie abgesprochen worden, dass der Verein Waren kaufen solle. „Nur die Nebenkosten tragen wir, und helfen auch personell“, sagt der Vorsitzende Stefan Fleck. Verluste zu tragen habe aber die Mitgliedschaft „fast einstimmig abgelehnt“.

Dabei ging es laut Heimbs nur um Anfangsverluste. Das waren 8000 Euro im Dezember, noch einmal 1000 Euro im ersten Quartal 2016. Darin enthalten die Kosten für das Grundsortiment. Man könne doch nicht ernsthaft erwartet haben, sagt Heimbs, dass die Läden Reinhausen und Bremke den Warenbestand für Reiffenhausen finanzieren.

In einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung hat Heimbs dem Förderverein die Rechnung aufgemacht. Der Verein aber forderte eine Bilanz zum Nachweis - was Heimbs ablehnte, denn dann hätte er praktisch monatlich Inventur machen müssen. Immerhin zahlte der Förderverein die Miete, lehnte in einer Mitgliederversammlung Ende Juni aber weitere Kostenübernahmen ab.

Schon zu Ende Mai hatte Heimbs jedoch eine Frist gesetzt. Als ihn der Förderverein zu seiner Versammlung nicht einmal einlud, zog er die Konsequenz. Am 2. Juni wurde der Laden leergeräumt. Die Endabrechnung komme noch, sagt er und äußert sich „enttäuscht“ über „die nur zögerliche Unterstützung der Reiffenhäuser“ für ihren Laden. In Bremke klappe das viel besser. Und immer wieder beim Warenenkauf für Reiffenhausen mitzuhelfen, könne er seinem Reinhäuser Personal auch nicht zumuten.

Der Förderverein-Vorstand wiederum klagt seinerseits über Heimbs und die UG, von denen man „mehr erwartet“ habe. Vor allem Bestellungen der Kundschaft hätten nie geklappt. Fleck: „Weniger Engagement geht nicht.“ Tot sei die Dorfladen-Idee damit nicht. Der Förderverein suche nun einen neuen Betreiber - im dritten Anlauf.

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