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Seit zehn Jahren Kröten im Eimer

Tierfreunde bereiten sich auf baldige Amphibienwanderung vor Seit zehn Jahren Kröten im Eimer

Bald wandern sie wieder. Die Kröten können kommen. Am Wochenende haben Helfer entlang des Waldes auf dem Düsteren Berg, parallel zur Landestraße 568 am Wendebachstausee, Fangzäune aufgebaut und Plastikeimer verbuddelt. Bei mehr als 20 Helfern ging das schneller als geahnt.

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Von diesem Jahr an wird es spannend, wie der Seeumbau - das Wasser war abgelassen worden - der Population geschadet hat.

Quelle: HW

Niedernjesa. Von so viel Hilfe wagte Anne Elsner nicht einmal zu träumen, als sie an einem Märztag vor elf Jahren beschloss, der Natur unter die Arme zu greifen. Zusammen mit Rómulo Aramayo Schenk war sie mit ihrem Auto zwischen Niedernjesa und Reinhausen in eine Massenwanderung von Kröten geraten. Unvermeidlich, Tiere dabei zu überfahren.

Es sei ein feuchtwarmer Frühlingstag gewesen, erinnert sich Elsner. Mehr als 15 Grad warm, hohe Luftfeuchtigkeit, ideal für den großen Aufbruch aus dem Winterquartier im Wald zum Wendebachsee. Dabei müssen die Amphibien die Straße überqueren, wärmen sich den Bauch auf dem warmen Asphalt - und werden überfahren.

Damals wandte sich Elsner an den Landkreis. Als Verkehrsbehörde, aber auch als Untere Naturschutzbehörde hat der Kreis großes Interesse, dass Krötenwanderungen nicht zu Massentötungen unter Autoreifen und zugleich zur Gefahr für Autofahrer werden. Elsner und Schenk suchten sich Helfer, der Landkreis stellte das Material.

Seither baut das Paar alljährlich im März vor Einsetzen der Wanderung einen gut 600 Meter langen Fangzaun auf. Die Tiere werden auf ihrer nächtlichen Wanderung daran entlang geleitet und landen in 25 Eimern. Jeden Morgen holen Helfer die Kröten - meist Erdkröten, wenige Molche, selten einmal ein Grasfrosch - aus dem Fangbehälter und tragen sie über die gefährliche Straße zum See.

Von diesem Jahr an wird es spannend, wie der Seeumbau - das Wasser war abgelassen worden - der Population geschadet hat. Das Ersatzbiotop, so Elsner, sei aber gut angenommen worden, so dass es der Population nicht geschadet haben dürfte. Nur das Kraut im wieder aufgefüllten See fehle noch.

In den Vorjahren hatten die Helfer anfangs 600, später bis zu 2500 Kröten auf dem Frühjahrszug gefangen. Das Resultat wird dem Nabu für die Datenbank gemeldet. Wer einmal seinen Kindern zeigen will, wie das funktioniert mit Krötenwanderung und Fangzaun, der kann sich unter  amphibienschutz-wendebachstausee@web.de mit den Helfern in Verbindung setzen und einen Termin zur morgendlichen Mithilfe bei der Leerung der Eimer erfragen.

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