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Sport mit Flüchtlingen

SV Ballenhausen stellt Sporthaus zur Verfügung Sport mit Flüchtlingen

Wenn die Auszubildenden in ihren sparkassenroten Hemden kommen, werden sie schon sehnlich erwartet. Flüchtlingskinder umkreisen sie sofort. Dann wird gespielt - das geht auch ohne Sprachkenntnis. 70 Flüchtlinge leben im Sportheim Ballenhausen. Sie erfreuen sich großer Unterstützung.

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Der SV Ballenhausen stellt Sporthaus für 70 Flüchtlinge zur Verfügung.

Quelle: Wenzel

Ballenhausen. Das war für niemanden eine Selbstverständlichkeit. Als die Gemeinde Friedland seine Sportvereine mit eigenen Häusern fragte, ob sie zur Entlastung des Grenzdurchgangslagers für das Winterhalbjahr ihre Gebäude als Quartier zur Verfügung stellen, war Skepsis verbreitet. In Klein Schneen stimmte eine Mehrheit dagegen, bot aber an, das Haus für Schulungen und Veranstaltungen zu nutzen. In Niedernjesa fehlten bauliche Voraussetzungen, und zu viele Sportgruppen hätten umziehen müssen. In Ballenhausen entschied sich eine Zweidrittelmehrheit dafür, das Haus für sechs Monate ans Land zu vermieten.

Eine harte Probe für den Verein, sagt der Vorsitzende, Dennis Thielert. Zwölf Mitglieder traten nach der Abstimmungsniederlage verärgert aus. Mindestens genauso viele sind neues Mitglied geworden, um den SV in seinem Engagement für Flüchtlinge zu unterstützen. Und es hat sich eine Gruppe um Ortsratsmitglied Dirk Piper (Grüne) gegründet, die sich um die neuen Ballenhäuser Bürger bemühen. Der Arbeitskreis ist Ansprechpartner für die Flüchtlingsfamilien, hilft, wo er nur kann. 15 Leute machen mit. Sie organisieren Kleidung und Spielzeug, geben Unterstützung beim Deutsch-Lernen oder backen mit den Asylsuchenden Waffeln.

Hilfe kommt auch von der Sparkasse. Alle 57 Auszubildenden, sagt Vorstandschef Rainer Hald, haben sich bereit erklärt, in Ballenhausen zu helfen. Anderen Gemeinde, die das wünschen, werde das auch angeboten. Anfangs skeptisch,sagt Ausbildungsleiterin Carina Engelhardt, inzwischen begeistert, kommen die Azubis jeden Mittwoch von 14 bis 16 Uhr in der Dienstzeit und spielen mit den rund 40 Kindern der untergebrachten Familien. Schminken, Malen, Tanzen, Sport - die Möglichkeiten sind vielfältig. Überrascht habe sie, so Engelhardt, wie man den Kindern mit kleinsten Sachen wie etwa einem Luftballon Freunde machen könne.

Für Heinrich Hörnschemeyer vom Grenzdurchgangslager ist die externe Unterkunft eine große Entlastung. Die 60 bis 80 in Ballenhausen untergebrachten Flüchtlinge, die drei Wochen bis zu zwei Monate hier bleiben, würden Verpflegung und Taschengeld, Untersuchung und Registrierung vom und im GDL bekommen. Bis zur Verteilung in die Zielkommunen bleiben sie in Ballenhausen. Dort, wo früher Tischtennisplatten standen, stehen jetzt ihre Betten.  Im Ort sind die Fremden gut aufgenommen worden. Er habe „nur positive Rückmeldungen“, gehört, sagt Piper, „auch von Skeptikern und von den Nachbarn“.

Auch die Sportler übten Solidarität. Tischtennis werde nun eben in Niedernjesa gespielt, freut sich Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs. Und wer die gute Sache noch unterstützen möchte, ergänzt der Vereinsvorsitzende, der könne über die Internetseite damenfussball-ballenhausen.de förderndes SV-Mitglied auf Zeit werden und damit sowohl Flüchtlinge als auch die Ballenhäuser Sportler-Solidarität unterstützen.

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