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Zweimal abgesoffen in einem Jahr

Unwetter vor zwei Wochen führt in Klein Scheen zu Panik Zweimal abgesoffen in einem Jahr

Das verheerende Unwetter im August 2015 hat in Friedland zum Start einer Initiative zum Schutz vor Hochwasser im Gemeindegebeit geführt. Zu spät für Klein Schneen. Vor zwei Wochen ist der Ort "erneut abgesoffen", sagt Ortsbürgermeister Hans-Hermann Miest. Nun folgen Schuldzuweisungen und Lösungsvorschläge.

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Nach dem Unwetter wird gebaggert: Der Graben entlang der K 29 wird vom Schlamm befreit.

Quelle: ck

Klein Schneen. Im Bauausschuss wurde über das Ausmaß der Schäden informiert. Die addieren sich für einige Privathaushalte auf mehr als 100000 Euro. Denn bei Starkregen schwillt der kleine Schneenbach, der in Deiderode als Bühgraben beginnt und ein riesiges Gebiet einschließlich Abfalldeponie entwässert, zum reißenden Fluss, den das enge und teils gemauerte Bett nicht fasst. Im Ort, so Miest, herrsche "Panik", wenn Regen angesagt ist. Erste Grundstückseigentümer hätten begonnen, Mauern in ihren Gärten hochzuziehen, womit die Gefahr für die darunter liegenden Grundstücke noch anwachsen könnte. Inzwischen hat sich die Untere Wasserbehörde eingeschaltet, kann aber den Eigenschutz offenbar rechtlich nicht verhindern.

Beim jüngsten Unwetter am 28. Mai mit bis zu 40 Litern Regen je Quadratmeter binnen 40 Minuten kamen unglückliche Faktoren hinzu: Die Landwirte hatten ihre Felder oberhalb Klein Schneen fast ausnahmslos mit Mais oder Rüben bestellt. Die jungen Pflanzen hielten den Boden nicht. Riesige Schlammmengen wurden von den spiegelglatten Feldern geschwemmt. Der Landkreis hatte zur Sicherung der Kreisstraße 29 zudem Pfosten eingerammt. Die hatten beim ersten Hochwasser gehalten, wurden beim zweiten teils losgerissen und blockierten die Durchlässe. Am Graben entlang der K 29 von Deiderode bis Klein Schneen gibt es überdies fast 50 Feldzufahrten, deren Durchlässe überwiegend verstopft waren. Gerade wird der Graben aufwendig ausgebaggert. Einige Durchlässe wurden schon beseitigt.

Doch das Freiräumen der Gräben ist umstritten, wenn es oberhalb der gefährdeten Dörfer passiert. So werde Rückhaltepotenzial genommen, sagte im Ausschuss Frank Holzapfel. Es müssten stattdessen viel mehr Rükhaltemöglichkeiten, Becken und Überläufe, angelegt werden, damit die Wassermassen nicht konzentriert kommen. Florin Wimmer etwa, dessen Anbau am Haus der Ehefrau zum zweiten Mal überschwemmt wurde, bietet freiwillig an, einen Teil des Gartens innerhalb des Ortes zum Rückhaltebecken als Puffer für die Unterlieger umzubauen. Aber wer zahlt?

Welche Maßnahmen geeignet sind und welche wie umzusetzen, das soll das Gemeindeprojekt zum Hochwasserschutz ergeben. Am 28. Juni ist in Klein Schneen eine Auftaktveranstaltung mit Realgemeinden, Politik, Feuerwehr und Wasserverband. Dann sollen Fachleute sagen, wie man sich besser vor Unwetter schützen kann.

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