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1017 Gramm Bilshäuser Geschichte

Ortschronik schließt nach vier Jahren Arbeit zur Gegenwart auf 1017 Gramm Bilshäuser Geschichte

„Es ist vollbracht“: Der Historiker Hans-Reinhard Fricke hat im Pfarrheim die Bilshäuser Ortschronik vorgestellt. Der 1017 Gramm schwere Band dreht sich um die jüngere Geschichte des Ortes von der Gegenreformation bis zur Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert.

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Die neue Ortschronik wurde im vollbesetzten Saal des Bilshäuser Pfarrheims vorgetragen.

Quelle: Hinzmann

Bilshausen. Die 100 Stühle im Pfarrheim reichten nicht aus, die Bilshäuser standen Schlange, um das druckfrische Werk zu erwerben. Es knüpft an die 1984 erschienene Chronik von Hermann Bringmann an, dessen Tod eine Fortsetzung für die Zeit nach 1600 verhinderte. In zwei Anläufen seit 2004 blieb es bei Vorarbeiten, bis sich 2012 die Bilshäuser Geschichtswerkstatt zusammenfand, Fricke an Bord holte, der Gemeinderat Geld bewilligte, die Sparkasse und weitere Sponsoren gewonnen werden konnten.

Die enge Zusammenarbeit mit der Geschichtswerkstatt habe sich bewährt, sagte Fricke. Während der Historiker Archive von Würzburg bis Wernigerode sichtete, sicherten seine geschichtsinteressierten Mitstreiter in Bilshausen Fotos und Dokumente vor einer möglichen Entsorgung. Ohne das Fotoarchiv des ehemaligen Ortsheimatpflegers Klaus Freyberg wäre die Bebilderung erheblich schmaler ausgefallen, meinte Fricke.

Neben einem chronologischen Abriss werden in der Chronik viele Einzelthemen und Charakteristika Bilshausens, die Entwicklung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens abgehandelt - von der Handziegelei zu den Jacobi-Tonwerken, vom Bernadus-Stift bis zu den ausführlich dargestellten Vereinen, vom Aufblühen der Zentrumspartei bis zu den Auswirkungen der NS-Zeit. Zu den Eigenarten des Ortes gehörten Stroh- und Korbflechterei, Kanarienvogelzucht, Zigarrenfabrikation und Wanderhandel. Weitere Abschnitte widmen sich Mühle, Eisenbahn, Sparkasse, Post, Gaststätten, Kirche und Schulwesen, Bränden und Feuerwehr, der Anhang enthält viele Dokumente und Quellen, Vorher-Nachher-Fotos verdeutlichen den Wandel.

„Die Bilshäuser ließen sich nicht alles gefallen und wussten sich zu wehren“, merkte Fricke an. „Zeitzeugen lieferten Informationen aus erster Hand aus den vergangenen Jahrzehnten“, sagte Bilshausens stellvertretender Bürgermeister Dr. Matthias Diederich (CDU), der sich ebenso wie Geschichtswerkstatt-Sprecherin Birgit Hundeshagen und Samtgemeinde-Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) darüber freute, dass Zeitgeschichte für künftige Generationen bewahrt wird. Auch die waren im Pfarrheim vertreten: Die Kinder der Schola unter Leitung von Nicole Müller bekamen für ihre Gesangsbeiträge viel Applaus.

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