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200 Teilnehmer bei Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt

Vom Höherberg nach Germershausen 200 Teilnehmer bei Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt

Biken und beten können gefahrlos miteinander verbunden werden. Das haben am Sonntag rund 200 Teilnehmer der vierten Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt unter Beweis gestellt. Die knapp 100 Kilometer lange Tour führte vom Höherberg nach Germershausen und endete mit einer Messe unter freiem Himmel.

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Propst Bernd Galluschke segnet die Biker und ihre Maschinen

Quelle: Artmann

Germershausen. Bevor die Teilnehmer an der Kapelle zu Ehren der 14 Heiligen Nothelfer starteten, spendete Propst Bernd Galluschke den Bikern und ihren blank gewienerten Maschinen den Reisesegen. Er hatte zuvor während einer kurzen Andacht daran erinnert, dass seine Eltern 1956 mit dem Motorrad von Hameln nach Wien zur Trauung gefahren seien. "Da ist schon eine genetische Verbindung da", ergänzte er schmunzelnd.

Maschinen starten talwärts zur Tour

Der Tross setzte sich langsam talwärts in Bewegung. Die Biker fuhren entlang der Thiershäuser Teiche und vorbei am Gelände des Golfclubs Hardenberg in Richtung Spanbeck und durch die "Hölle" nach Ebergötzen, wo die Teilnehmer einen Zwischenstopp einlegten.

Die Route führte weiter über Landolfshausen in Richtung Eichsfeld, wo die Biker über Nesselröden, Duderstadt, Mingerode, Obernfeld und Rollshausen schließlich Germershausen erreichten.

Michael Kühne, Oliver Schön und Tobias Werner von den Motorradfreunden Duderstadt hatten die Tour vorbereitet, die nicht über stark frequentierte Straßen, dafür über vorwiegend kurvenreiche Nebenstraßen führte.

In einigen Orten entlang der Strecke standen Menschen am Straßenrand und winkten der Kolonne zu. Viele Zuschauer zückten Handykameras, um eine Erinnerung an den knatternden Tross zu behalten, oder ihre Eindrücke mit Freunden zu teilen.

Segensorte sollen das Gemüt erhellen

Am Ziel warteten bereits einige Gläubige, um auf der Freifläche hinter der Kirche eine Messe zu feiern, die Galluschke gestaltete und in der er über Segensorte sprach, an denen für Menschen ein Segen geschehe oder etwas Positives passiere.

"Wenn wir diese Orte wahrnehmen, wird das Leben bunt und schön", betonte der Geistliche. Ein Ort, an dem man Buntes und Schönes oder auch den Segen erlebe, könne auch auf dem Bike sein.  

"Wir wollen auf die Menschen zugehen und zeigen, dass Kirche für alle da ist und nicht an das Gebäude Kirche gebunden ist", beschrieb Cornelia Kurth-Scharf vom ehrenamtlichen Wallfahrts-Team ein wichtiges Ziel, das mit der Motorrad-Wallfahrt verbunden sei.

Biken und beten können gefahrlos miteinander verbunden werden. Das haben am Sonntag rund 200 Teilnehmer der vierten Eichsfelder Motorrad-Wallfahrt unter Beweis gestellt. Die knapp 100 Kilometer lange Tour führte vom Höherberg nach Germershausen und endete mit einer Messe unter freiem Himmel.

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"Man muss ja alles mal probieren", sagte Axel Krebs, der durch einen Freund auf die Wallfahrt aufmerksam geworden ist. "Damit spricht die Kirche auch jüngere Menschen an", meinte der 70-Jährige aus Göttingen, der seit mehr als 50 Jahren Motorrad fährt.

"Hier ist es nicht so zwanghaft, wie man mit Kirche groß geworden ist", meinte Bianca Stange. Der 44-jährigen Tiftlingeröderin war es wichtig, den Segen für sich und die Fahrt mit dem Motorrad zu erhalten. Die Strecke sei "sehr schön" gewesen, sagte Nadine Mühe.

Es habe viele Möglichkeiten gegeben, mit anderen Bikern in Kontakt treten zu können, betonte die 34-jährige Obernfelderin. Ältester Teilnehmer war der 83-jährige Karl Heinz Timmermeister aus Bovenden. "Wunderbar", lautete sein Kommentar zu der Ausfahrt, bei der deutlich geworden sei, dass Kirche und Wallfahrt gut zusammenpassen würden.

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