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Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung

32-Jähriger wegen sexueller Gewalt verurteilt Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung

Weil er seine damalige Ehefrau in fünf Fällen vergewaltigt und geschlagen haben soll, ist ein 32-Jähriger am Montag vor dem Göttinger Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Das Gericht folgte damit weitgehend dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß.

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Auf dem Höhepunkt der Gewalteskalation zog ihr Mann sie nach dem Besuch bei einer Hochzeitsfeier an der Brust über den Küchenfußboden.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Gieboldehausen. Das Martyrium begann 2008. Damals war die junge Frau laut Anklage zum ersten Mal gegen ihren Willen zum Sex gezwungen worden. Ihr damaliger Ehemann hatte ihr den Schlafanzug heruntergerissen, sich gegen ihren Willen auf sie gelegt, dabei bewusst ausgenutzt, dass seine Partnerin unter Platzangst litt. Der erste Fall, dem in den kommenden sechs Jahren weitere folgen sollten. Erst als er ihr mit einem Teller in der Hand androhte, "Ich könnte Dich totschlagen", zog sie aus der gemeinsamen Wohnung aus, ging zur Polizei, zeigte ihren Peiniger an, ließ sich von ihm scheiden. Es sei "ein geradezu typisches Verhalten", sagte der Vorsitzende Richter Ralf Günther in der Urteilsbegründung, dass Frauen Gewalt lange ertragen in der Hoffnung, dass es irgendwann aufhören möge.

Doch es hörte nicht auf. Zwischenzeitlich hatte der Angeklagte seine Frau mehrfach auf unterschiedliche Arten vergewaltigt, wie diese im Zuge des Verfahrens detailliert schilderte. Auf dem Höhepunkt der Gewalteskalation zog ihr Mann sie nach dem Besuch bei einer Hochzeitsfeier an der Brust über den Küchenfußboden. Ihre Versuche, sich an Schranktüren festzuhalten und zu entkommen, scheiterten. Eine Tat in der Nähe zur Misshandlung, die allein mit drei Jahren und sechs Monaten in das Strafmaß einfließt. Richter Günther: "In der Gesamtschau haben wir keine Zweifel an der Aussage der Ehefrau." Einige Erinnerungslücken seien nachvollziehbar bei Taten, die man am liebsten verdrängen wolle. Ausgesagt hatten zuvor außerdem Ärzte, Arbeitskollegen, die Eltern der Ehefrau und sogar eines der beiden gemeinsamen Kinder.

Auch der Junge war mutmaßlich von den Gewaltausbrüchen seines Vaters betroffen, hatte nach eigener Erzählung Tritte gegen den Brustkorb abbekommen. An den Angeklagten gewandt erklärte Günther: Diese Tat sei zwar nicht Teil der Anklage gewesen, würde aber eines deutlich zeigen: "Es ist Ihnen offenbar wesensimmanent, Gewalt gegen engste Familienangehörige anzuwenden." Das Ausmaß der Gewalt erstaunte dabei selbst den erfahrenen Richter. Auf Fotos, die die Frau nach einer der angezeigten Körperverletzungen auf Anraten einer Freundin gemacht hatte, sind die Folgen deutlich sichtbar. "Ein derart von Hämatomen überzogenes Gesäß habe ich noch nicht gesehen." Ein Teilgeständnis am letzten Tag der Beweisaufnahme habe nur noch geringen Einfluss auf das Urteil gehabt, erklärte Günther. Die sechs Jahre seien angemessen und notwendig. Die Anwältin der als Nebenklägerin auftretenden Frau hatte sieben Jahre gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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