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90 Jahre Frauenwallfahrt

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen bis zu 2500 Christinnen 90 Jahre Frauenwallfahrt

Zum 90. Mal findet in diesem Jahr die Germershäuser Frauenwallfahrt statt. Entwickelt hat sie sich aus einer Wallfahrt zu Ehren der Heiligen Rita. Der Augustinerin ist eine Kapelle in der Wallfahrtskirche geweiht.

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Zum 90. Mal findet in diesem Jahr die Germershäuser Frauenwallfahrt statt.

Quelle: mic

Germershausen. Im Jubiläumsjahr zelebriert am Sonntag, 1. Mai, um 9.30 Uhr der Erfurter Altbischof Joachim Wanke.

Die Augustiner, die den Wallfahrtsort Germershausen bis in jüngste Zeit prägten, riefen die Frauenwallfahrt 1926 ins Leben. Von Anfang an banden sie die Katholischen Frauengemeinschaften (kfd), die damals noch Müttervereine hießen, mit ein. Edith Rink aus Seulingen errinnert sich, das schon ihre Großmutter, ein Müttervereinsmitglied, alljährlich nach Germershausen pilgerte. „Die Frauen gingen damals zu Fuß“, erzählt sie. Unterwegs bereiteten sie sich mit Gebeten und Gesängen innerlich auf den Gottesdienst vor.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die Frauenwallfahrten, die nun immer auf den ersten Sonntag im Mai fielen, großen Zulauf. „Bis zu 2500 Pilgerinnen versammelten sich in Germershausen“, berichtet Cornelia Kurth-Scharf von der kfd Germershausen. Vormittags gab es um 10.30 Uhr ein Hochamt am Freialtar. Nach einer Prozession beteten die Frauen den Kreuzweg. Am frühen Nachmittag folgte eine Andacht am Gnadenbild.

Bis Ende der 70er-Jahre schmolz die Zahl der Teilnehmerinnen jedoch auf 600 bis 1000 Frauen ab. Die Organisatoren versuchten gegenzusteuern. Die Wallfahrt wurde eine Zeit lang auf den Nachmittag verlegt. „So hatten die Frauen Zeit, ihre Familien zu bekochen“, erklärt Kurth-Scharf. Von 1977 an standen die Wallfahrten jeweils unter einem Thema. Im ersten Jahr lautete es: „Zwischen Angst und Hoffnung - Leben junger Christen heute“.

Damals trafen sich die Christinnen nach dem Gottesdienst zu Gesprächsrunden mit Augustinerpater Lothar Schmidt in der Bildungsstätte. Davon hätten die Frauen sehr profitiert, erinnert sich Christa Ebens von der kfd Rüdershausen. Durch solche Angebote seien sie in Glaubensthemen sprachfähig geworden. Später schliefen diese Runden ein. Seit zwei Jahren gibt es sie wieder. Heute beteiligen sich zwischen 30 bis 40 Frauen.

Mit der Stärkung der Laien seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil ging die Organisation der Wallfahrt in die Hände der Frauen über. Viel Unterstützung kam zunächst von den kfd-Diözesanbeauftragten. In Germerhausen sind Margret Thissen und Lucia Martin in guter Erinnerung. Eingebunden wurde nun auch der Katholische Frauenbund. Die Frauenverbände stimmen sich jeweils mit den Frauenseelsorgern des Dekanats ab. Seit 2012 hat mit Beatrix Michels erstmals eine Frau dieses Amt inne.

Die Teilnehmerzahlen der Wallfahrt sanken weiter auf 200 Frauen. Seit einigen Jahren steigen sie wieder. „Heute kommen 350 Christinnen“, sagt Kurth-Scharf.

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