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Aktion zum Reformationsjubiläum

Thesenanschlag an Kirchentüren Aktion zum Reformationsjubiläum

Kritik an der Kirche oder Entwicklungen im Ort können Bilshäuser am Sonnabend, 3. Dezember, von 15 Uhr an zu Papier bringen und – wie vor 500 Jahren Reformator Martin Luther – an Kirchentüren nageln. Die Holztore stehen auf dem Hof der Familie Hoffmann/Seidel, Ritterstraße 11.

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Quelle: Swen Pförtner

Gieboldehausen. Vor einem halben Jahrtausend griff Luther in 95 Thesen den Ablasshandel der katholischen Kirche an. Zum Reformationsjubiläum knüpft der Kirchenkreis Harzer Land daran an. Pastor André Dittmann hatte die Idee, zwei wuchtige Kirchentüren auf die Reise zu schicken. Er hat die mehr als 200 Jahre alten Tore auf dem Dachboden der Paul-Gerhardt-Kirche in der Harzer Bergstadt Lautenthal entdeckt. Mehr als 2,70 Meter sind sie hoch und mit Eisen beschlagen. In Lautenthal begann die Aktion.

 

Bauernhof und Landhandel

 

Aus Bad Sachsa, wo die Türen zwischenzeitlich Station gemacht haben, holte sie die Bilshäuser Kirchenvorsteherin Carola Reschke ins Eichsfeld. Sie brachte sie auf den einstigen Bauernhof und Landhandel an der Ritterstraße. „Hier türmten sich früher Getreide und Dünger“, erinnert sich Hausherr Hans-Herbert Hoffmann. Auf Holzgerüsten stehen die Türen nun vor der ehemaligen Lkw-Garage, die heute als Partyraum dient.

 

"Ökumenisches Projekt"

 

Hoffmann ist Katholik, seine Frau, Kirsten Seidel, Lutheranerin. „Ich betrachte das als ein ökumenisches Projekt“, sagt Hoffmann. „Luther war ebenfalls Katholik“, erklärt der Bilshäuser Pastor Harald Möhle, jedenfalls anfangs. Zum Fototermin schwingen auch Inge Schaake, die dem evangelischen Kirchenkreistag angehört, und ihr Mann, Rüdiger Schaake, den Hammer.

 

Auch die Grundschule macht mit

 

Am Sonnabend, 3. Dezember, richten Hoffmann und Seidel von 15 bis 21 Uhr einen Adventsmarkt auf ihrem Hof aus. Die Türen werden bis Dienstag frei zugänglich sein. Jeder Bilshäuser kann vorbeizukommen und Thesen anschlagen, sagt Hoffmann. Danach stellen die Lutheraner die Türen in der Grundschule auf. Freitag endet die Aktion.

 

Gegenseitige Verletzungen

 

„Ich bin gespannt auf die Resonanz“, meint Pastor Möhle. Er will die Kritikpunkte, Forderungen und Wünsche im Gottesdienst aufgreifen. Im März, kündigt er an, sei ein gemeinsamer Gottesdienst mit Pater Alex George geplant. Katholiken und Lutheraner würden gemeinsam der Reformation und der mit ihr verbundenen Verletzungen gedenken.

Die Türen stehen voraussichtlich im Februar in Gieboldehausen und im Mai in Duderstadt.

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