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Auftakt zu „Unser Dorf fährt elektrisch“

Krebeck Auftakt zu „Unser Dorf fährt elektrisch“

Dorfgemeinschaften teilen sich ein, zwei Elektroautos. Das ist die Idee des Wettbewerbs „Unser Dorf fährt elektrisch“. Zur Auftaktveranstaltung im Krebecker Bürgerhaus kamen mehr als 100 Bürger aus 45 Orten. Bis zum 15. Dezember haben sie Zeit, ihr Interesse an einer Teilnahme zu äußern.

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Großes Interesse zeigten die Teilnehmer der Auftaktveranstaltung in Krebeck.

Quelle: r

Krebeck. Dorfgemeinschaften teilen sich ein, zwei Elektroautos. Das ist die Idee des Wettbewerbs „Unser Dorf fährt elektrisch“. Zur Auftaktveranstaltung im Krebecker Bürgerhaus kamen mehr als 100 Bürger aus 45 Orten. Bis zum 15. Dezember haben sie Zeit, ihr Interesse an einer Teilnahme zu äußern.

„Ein Elektroauto rechnet sich im Carsharing-Betrieb, wenn es am Tag 2,2 Stunden genutzt wird“, berichtete Herwig Hahn aus dem 1600-Einwohner-Ort Schönstadt bei Marburg. In seinem Dorf teilten sich 40 Nutzer seit vier Jahren zwei Kleinwagen. 20 Prozent der Fahrer kämen dabei auf 80 Prozent der Stunden. Bisher habe es einen Unfall gegeben. Weil die Versicherung eine Selbstbeteiligung von 500 Euro vorsehe, habe der Verursacher den Schaden selbst beglichen.

Weitere Nutzer gewinnen

„Uns ist es bisher nicht gelungen, nach Anlaufen des Projekts weitere Nutzer zu gewinnen“, räumte Hahn ein. Auf ein Anschreiben an alle Haushalte im Ort zwei Jahre nach Beginn habe es so gut wie keine Reaktionen gegeben. „Wer am Wettbewerb teilnehmen will, muss daher 40 Absichtserklärungen zur E-Auto-Nutzung von Bürgern vorlegen“, sagte Projektmanagerin Finja Mieth, die im Sommer an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen ihren Master in Regionalmanagement und Wirtschaftsförderung gemacht hat.

„Die Orte haben jeweils bis Februar 2018 Zeit, eine Aktionsgruppe zu bilden“, führte Mieth aus. Dort könnten sich Privatpersonen und Vereine, politische Mandatsträger und Mitarbeiter der Verwaltung einbringen. Die Gruppen müssten bis August 2018 ein tragfähiges Geschäftsmodell erarbeiten, das auf realistischen Nutzerzahlen basiere und auf fünf Jahre angelegt sei. Verpflichtend sei die Nutzung von Ökostrom. Bei konventionell erzeugtem Strom sei die Ökobilanz von Elektroautos schlechter als die von Benzinern.

„Eine Jury wird die Konzepte prüfen“, kündigte Mieth am. Jeweils drei Dörfer aus den drei Leaderregionen Osterode, Göttingen und Northeim könnten eine Ladestation im Wert von jeweils 12.000 Euro gewinnen. Die drei besten Gruppen erhielten zudem über zwei Jahre eine Beteiligung an den Leasingkosten für die Fahrzeuge in Höhe von insgesamt 7500 Euro. Finanziert werde das über das Leader-Programm, mit dem die Europäische Union den ländlichen Raum fördere.

Anknüpfung an andere Projekte

Das Projekt knüpft an die Wettbewerbe „Unser Dorf spart Strom“ und „Unser Dorf nutzt die Sonne“ an, die in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden. Mieth wird von einem Projektteam unterstützt. Ihm gehören die Leader-Regionalmanager Hartmut Berndt (Göttingen), Julian David und Anette Muhs (Northeim) und Osterode Anja Kreye (Osterode) sowie das zweiköpfige Klimaschutzteam des Landkreises Göttingen, die Energieagentur und Vertreter der Energieversorger Harz Energie und EAM an.

In Jühnde gab es bereits ein ähnliches Projekt, das nach Auslaufen der Förderung aufgrund des Desinteresses der Bürger eingestellt wurde. „Deshalb müssen die Teams diesmal nachweisen, dass Einwohner die Autos wirklich gegen Bezahlung nutzen wollen“, betont Mieth, Kontakt: mieth@landkreisgoettingen.de.

Von Michael Caspar

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