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Bilshäuser Neubürger berichtet von der Flucht

Vor islamistischem Terror geflohen Bilshäuser Neubürger berichtet von der Flucht

Die Geschichte seiner Flucht, die der Syrer Omar Al Shawa erzählt, ist traurig, aber nicht ungewöhnlich. Sie ähnelt der vieler seiner Landsleute. Ungewöhnlich aber ist der Ort, an dem der 40-jährige Sportlehrer sie erzählt: die Gaststätte Zum Löwen in Bilshausen.

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Quelle: Weigel/dpa (Symbolfoto)

Bilshausen. Seit einigen Wochen wohnt Al Shawa mit seiner Frau, seinem 13-jährigen Sohn und seinen drei und zehn Jahre alten Töchtern in einer Mietwohnung in Bilshausen, wartet dort auf den Ausgang seines Asylverfahrens. Die beiden älteren Kinder besuchen die Astrid-Lindgren-Schule in Duderstadt, die Dreijährige den Kindergarten im Ort, die pensionierte Lehrerin Adelheid Strüber erteilt ehrenamtlich Sprachunterricht und ist stolz auf die Lernfähigkeit ihrer Schüler. Die syrische Familie gehört wie der Bilshäuser Libanese Mustafa Karime mit seiner Frau und einem fünf Monate alten Baby zu 35 Flüchtlingen, die 2015 der Samtgemeinde Gieboldehausen zugewiesen wurden.

Der Bilshäuser CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Birgit Hundeshagen, die sich zurzeit mit ihrer Tochter zur Integrationslotsin ausbilden lässt, lag es am Herzen, die Neubürger vorzustellen. Zuvor informierte Thomas Gerdau von der Caritas-Flüchtlingssozialarbeit die drei Dutzend Zuhörer über weltweite Fluchtbewegungen, Aufnahme- und Asylverfahren, Alltagshilfe und bürokratische Hürden, zeigte Fotos von Flüchtlingslagern in Jordanien und Grenzzäunen in Europa, sprach über Schlepper, Gewalterfahrungen, unklare Lebensperspektiven und Arbeitsmöglichkeiten.

Im Mittelpunkt des Abends standen aber die Menschen, die neu im Eichsfeld angekommen sind und hier jetzt Fuß fassen wollen.  Omar Al Shawa fällt der Rückblick nicht leicht. Mit seiner Familie und 80 weiteren Einwohnern floh er aus einer syrischen Kleinstadt, die vom Islamischen Staat (IS) belagert wurde. Tagelang gab es nur Wasser, aus Angst wurde geflüstert, den Kindern der Mund verbunden. Dann wurden sie doch vom IS gefangengenommen und mit dem Tod bedroht, aber wieder freigelassen. Über die Türkei, in der die Familie getrennt wurde, ging es in einem Boot über das Mittelmeer weiter nach Griechenland, dann auf dem Landweg nach München.

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