Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Biogas-Großprojekt ist vom Tisch

Bilshausen Biogas-Großprojekt ist vom Tisch

Die Kombination einer Biogasanlage mit einer Biomethanlage bei Bilshausen ist vom Tisch. Die Investoren haben das umstrittene Großprojekt nach mehreren Jahren Vorlauf ad acta gelegt.

Voriger Artikel
Beamer und WLAN ersetzen Heimatbilder
Nächster Artikel
Auftrag für Kanalspülung
Quelle: dpa (Symbolbild)

Bilshausen. Viel Staub wurde im Vorfeld aufgewirbelt, viel Geld in die Vorplanung gesteckt. In aller Stille haben sich die Gesellschafter von dem Gemeinschaftsprojekt, das Eon Mitte Wärme mit Landvolk, Maschinenring und rund 30 Landwirten auf den Weg bringen wollte, verabschiedet. Mehr als zehn Millionen Euro waren vor vier Jahren für die Biogasanlage in der Gemarkung Lindau und die angrenzende Aufbereitungsanlage zur direkten Einspeisung ins Erdgasnetz im Bilshäuser Gewerbegebiet Im Alten Felde veranschlagt. Aus der Biogasanlage, die mit jährlich knapp 70 000 Tonnen Mais- und Pflanzensilage, Gülle, Mist und Hühnerkot bestückt werden sollte, wollte Eon Mitte jährlich rund 50 Millionen Kilowattstunden Rohbiogas beziehen und zu Biomethan veredeln.

 
Daraus wird jedoch nichts. „Wir sind in der Auflösungsphase“, bestätigt Gerhard Rudolph vom Landvolk Northeim als einer der vier Geschäftsführer der  im März 2012 gegründeten Bioenergie Südharz GmbH mit Eon respektive später EAM als Hauptgesellschafter den Beschluss der Gesellschafter, das stets als Einheit betrachtete Gemeinschaftsprojekt aufzugeben. Als wesentliche Gründe dafür nennt er die lange Vorlaufzeit, Anforderungen und bürokratische Hürden. „Die Zeit ist uns weggelaufen“, sagt Rudolph. Auch die EEG-Vergütungsabschmelzung (Erneuerbare Energien Gesetz) und „die Stimmungsmache gegen die Anlage“ habe eine Rolle gespielt. Das Aus für das Projekt bedauert er aus Sicht der Energiewende und der betroffenen Landwirte. Zudem sei bereits eine hohe sechsstellige Summe in die Vorbereitungen geflossen.

 
Den Auflösungsbeschluss habe er bislang nur mündlich mitgeteilt bekommen, sagt Uwe Ahrens (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau. Das Verfahren sei schon weit fortgeschritten gewesen, die Gemeinde kurz vor Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes gewesen. „Wir wollten der regenerativen Energienutzung nicht im Wege stehen, was zu viel Kritik geführt hat“, merkt Ahrens an. Der Rückzieher trage einerseits zur Befriedung bei, andererseits gebe es aber auch Verlierer.

 
Die Gemeinde Bilshausen habe den Bebauungsplan für die Biomethananlage nach öffentlicher Auslegung zurückgestellt, um die Beschlussfassung der Nachbargemeinde abzuwarten, sagt Verwaltungsvertreter Klaus-Dieter Grobecker: „Dabei ist es dann geblieben. Ohne Biogasanlage gibt es auch keine Gasaufbereitung.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen