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„Bruder Claus“ teilt aus

Politischer Aschermittwoch der SPD mit Gastredner Claus Peter Poppe in Mönchskutte „Bruder Claus“ teilt aus

Seehofer, Pegida, Putin, Flüchtlinge, Mindestlohn, Kreisfusion. Die Palette der Themen, die am Mittwochabend beim Politischen Aschermittwoch der SPD scharf angeschnitten wurden, war groß. Als Gastredner in Mönchskutte erheiterte der ehemalige Landtagsabgeordnete Claus Peter Poppe aus dem Landkreis Osnabrück als „Bruder Claus“ rund 120 Genossen und Gäste. 

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Quelle: NR

Gieboldehausen. Zünftige Blasmusik und deftige Rhetorik kennzeichnen den politischen Schlagabtausch der Parteien am Aschermittwoch. Das gilt auch für die SPD in der Eichsfelder Diaspora, die diese Tradition seit 26 Jahren pflegt. Arnold Sommer, SPD-Ortsvereinsvorsitzender der Samtgemeinde Gieboldehausen, freute sich ebenso wie SPD-Bundestagsfraktionsvorsitzender Thomas Oppermann, nach mehrjähriger Zwangspause in den Niedersachsenhof als Ausgangspunkt zurückzukehren – auch „ohne Provision für „Oppermann-Catering“, die Firma von Betreiber Tobias Borchardt. 

Im mit roten Fähnchen, Ballons und Giveaways dekorierten und von den Original Landholfshäuser Blasmusikanten beschallten Saal verglich Oppermann die vielen freiwilligen Flüchtlingshelfer mit den Trümmerfrauen. Die Politik arbeite daran, die Zahl der Flüchtlinge zu verringern – auch ohne Obergrenze. Seitenhiebe gegen Seehofer und seinen Unrechtsstaat-Vorwurf („Angela Merkel ist nicht Margot Honecker, aber Seehofer ist ziemlich durchgeknallt“) gab es nicht nur von Oppermann. 

„Im Kanzleramt werden schon Zäune errichtet gegen die Briefe aus Bayern“, frotzelte Poppe und teilte gegen weitere Politiker aus: „Putin kennt weder Demut noch Reue. Zu ihm müssen wir keinen Beichtvater und kein bayrisches Provinzduo schicken.“ „Großkotz Donald Trump“ sei auch nicht besser, Obama würde er trotz des vergifteten Geschenks TTIP vergeben, dass er Merkels Handy abgehört hat („Hallo Siegmar, wenn sich schon alle nicht verstehen, wir schaffen das“). Ernst wurde Poppe hingegen beim „braunen Sumpf der Unbelehrbaren, der wieder wächst“, bei „Empörungsfanatikern, die selbst schon manchmal den Brüderle gespielt haben“, und bei der „verzerrten Fratze des Fremdenhasses“.

In die politische Bütt trat auch der von Poppe als „Friedensreuter“ titulierte Landrat Bernhard Reuter. Im Kreis Göttingen sei die Unterbringung und Betreuung von Flüchtlingen dank eines professionellen Stabs und vieler Helfer gelungen, eine größere Herausforderung die Integration. Auch Reuter teilte aus – gegen die „wandelnde Büroklammer Thomas de Maizière“ ebenso wie gegen den politischen Gegner in der Region: „Besser viele schwarze Nullen im Kreishaushalt als im Kreistag“.

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