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Bunte Stühle sollen Integration fördern

Malprojekt in Rhumspringe Bunte Stühle sollen Integration fördern

Teile der Karlstraße sind am Freitag zu einem Kunstatelier geworden. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus den angrenzenden Wohnungen bemalten alte Holzstühle - gemeinsam mit Bürgern aus Rhumspringern und weiteren Orten.

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Vielfältig wie die Kulturen: Die von jungen Flüchtlingen und Menschen aus der Region farbenfroh bemalten Holzstühle.

Quelle: Niklas Richter

Rhumspringe. Das Projekt „KulturStühle“ ist eine Kooperation der Aktionskünstlerin Carola Kühler mit der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen. „Wir schaffen hier einen Erfahrungsraum, in dem man ohne Sprache kommunizieren kann“, erläuterte Kühler, die ihr Atelier im Göttinger Haus der Kulturen hat.

Emotionen ausdrücken

Die Teilnehmer, zu denen neben den 20 unbegleiteten Flüchtlingen, die in Rhumspringe leben, auch drei Flüchtlinge aus Wollershausen gehörten, haben die Stühle erst mit Schmirgelpapier abgeschliffen, dann mit weißer Acrylfarbe vorgrundiert und schließlich mit Schwämmen oder den Fingern bemalt. „Durch den direkten Kontakt kann man Emotionen viel besser als mit einem Pinsel ausdrücken“, erklärte die Künstlerin. Zum Abschluss wurden die Stühle noch mit Klarlack beschichtet.

„Wenn man erst einmal angefangen hat, ist es ganz einfach“, sagte ein Jugendlicher aus Afghanistan. Gleich daneben verwandelte ein junger Mann aus Syrien seinen Stuhl optisch in eine Blumenwiese. „Mir hat mein erster Entwurf nicht so gefallen, da habe ich ihn noch mal geändert“, berichtete er. Die Stühle bekommen einen Platz in den Zimmern der Flüchtlinge.

„Es ist wichtig, dass man sich gegenseitig öffnet“, äußerte Michaela Monecke, die sich in Rhumspringe ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagiert. Sie hätte sich gewünscht, dass noch mehr Jugendliche aus dem Ort teilnehmen. Für einige Rhumspringer war die Malaktion mit einem Wiedersehen verbunden. So kannte Reinhild Müller mehrere der Jugendliche vom Parcours oder vom Fußball.

Sportangebote sind gefragt

„Wichtig ist, dass sich die Leute kennen lernen und es zu einem Austausch der Kulturen kommt“, betonte Pascal Kaufmann, Koordinator bei der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen. Als nächstes Projekt könne zum Beispiel eine Bushaltestelle in Rhumspringe bemalt werden. Die bisherige Erfahrung zeige, dass Sportangebote bei den unbegleiteten minderjährigen Jugendlichen am gefragtesten seien. Im Sommer gebe es als Angebote für sie unter anderem einen Erste-Hilfe-Kurs und eine Fahrt ins Ferienlager.

Nachdem alle Stühle bemalt waren, begann ein Grillfest, an dem auch Bürgermeister Franz Jacobi (CDU) teilnahm. „Das ist hier eine tolle Aktion, sie stärkt das Gefühl der Zusammengehörigkeit und dient der Integration“, beschrieb er seinen Eindruck.

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