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Hoffen auf Prothese für Storch

Geschwächter Vogel in der Greif- und Eulenstation aufgenommen Hoffen auf Prothese für Storch

Friedrich-Karl Schöttelndreier hat auf seiner Nabu Greif- und Eulenstation in Rüdershausen einen einbeinigen Storch aufgenommen. Am Dienstag untersuchte die Duderstädter Tierärztin Brigitte Sindermann den gehandicapten Vogel. Beide hoffen, dass dieser später mit einer Prothese leben kann.

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Friedrich-Karl Schöttelndreier und der gerettete Storch

Quelle: Niklas Richter

Rüdershausen. Bereits am 12. Juli informierte eine Lütgenhäuserin Schöttelndreier, sie habe einen Jungstorch mit gebrochenem Bein beobachtet. Allerdings sah der Vogelfachmann keine Chance, an den Storch heranzukommen, da dieser noch fliegen konnte. „Ich sagte ihr, man müsse warten, bis er schwächer wird“, erzählt Schöttelndreier.

Am Freitag kam nun eine Einwohnerin aus Rüdershausen gegen 17 Uhr zu Schöttelndreier. Sie hatte beim Hundespaziergang auf einer Wiese zwischen Rüdershausen und Rhumspringe vier Störche entdeckt, und bei einem habe nach ihrer Aussage ein Bein „nur noch an einem Faden gehangen“. Gemeinsam mit der Frau fuhr Schöttelndreier zu der Wiese. „Drei der Störche standen im Kreis um den am Boden kauernden Storch und hoben ab, als ich mich auf fast 20 Meter genähert hatte“, erzählt er. Mit einem langen Kescher fing Schöttelndreier den Storch ein, der nur noch 2111 Gramm wog.

„Weil er total geschwächt war, konnte ich ihn problemlos unter den Arm nehmen und zum Auto der Frau gehen“, sagt Schöttelndreier. Wegen des Hundes im Heck nahm Schöttelndreier den Storch auf dem Beifahrersitz auf den Schoß. In der Greif- und Eulenstation fotografierte er das verletzte Tier, ehe er den abgestorbenen Teil vom linken Fuß durchtrennte. „Der Fuß war bereits total schwarz“, berichtet er. Danach habe sich der Storch einfach auf den Stumpf des linken Beines gestellt.

Im Schnabel fand Schöttelndreier „eine Ansammlung von Kraut, ähnlich wie in einem Silo“. Er reinigte den Schnabel und verabreichte dem Vogel zunächst Wasser und Elektrolyte, später dann Mäuse und zerkleinerte Eintagsküken. Über das Wochenende erholte sich der Storch, sodass Tierärztin Sindermann ihn am Dienstag untersuchen konnte. „Heute hat er zum ersten Mal selbstständig gefressen“, berichtete Schöttelndreier.

Zehn Küken und fünf Mäuse habe der Vogel verdrückt. Die Tierärztin stellte bei ihrer Untersuchung am linken Bein eine Entzündung fest. Die gelte es zu behandeln. „Ich muss das Bein noch einmal etwas kürzen, sodass nach unten etwas Haut übersteht, die ich dann zusammennähen kann“, so Sindermann. „Der Vogel hat eine echte Chance“, erklärt Schöttelndreier und hofft, dass vielleicht die Möglichkeit besteht, dass Auszubildende bei Otto Bock im Rahmen ihrer Ausbildung eine Prothese für den Storch anfertigen. „Er kann zwar nicht ausgewildert werden, aber das Stehen auf nur einem Bein überlastet dieses auf Dauer“, unterstützt die Tierärztin diese Hoffnung.

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