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Erster Martinsumzug in Gieboldehausen

St. Martin reitet seit 50 Jahren Erster Martinsumzug in Gieboldehausen

Vor einem halben Jahrhundert entstand aus einem Gieboldehäuser Martinsbrauch eine neue Tradition. Pfarrer Hubertus Ottmann initiierte ab 1966 den Umzug in seiner heutigen Form - mit Reiter und später mit Mantelteilung. Zum 50. Mal startet er am Freitag, 11. November, nach der Martinsfeier um 17 Uhr.

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Pfarrer Hubertus Ottmann bedankt sich bei Martinsreiter Karl-Heinz Sommer, der auf seinem Pferd L'Amour den Umzug angeführt hat.    

Quelle: r

Gieboldehausen. Karl-Heinz Sommer, der von 1973 bis 2011 den Martinsreiter spielte, erinnert sich an die Anfänge: "Als Pfarrer Ottmann 1965 miterlebte, wie die Gieboldehäuser am Martinstag von Geschäft zu Geschäft zogen und singend und zum Teil auch grölend um Süßigkeiten baten, wollte er das ganze in geordnete Bahnen lenken." Mit dem Umzug habe er das Gedenken an den heiligen Martin in den Mittelpunkt rücken wollen. Der neue Brauch habe nach einigen Bedenken den Gefallen der Gieboldehäuser gefunden - auch weil zum Abschluss die Süßigkeiten im Beutel verteilt wurden.

Anfangs ritt ein Husar an der Spitze

In den ersten sechs Jahren ritt Heinrich Kobold an der Spitze des Zuges. "Anfangs noch mit einer Husarenuniform", berichtet Sommer. Mit der habe er immer bei den Schützenumzügen für Aufsehen gesorgt. Ab 1973 ritt dann Karl-Heinz Sommer. Der Pfarrer habe einen standesgemäßen Auftritt organisiert. "Er fuhr jedes Jahr nach Göttingen und lieh im Deutschen Theater ein Kostüm", so Sommer weiter. "Eines Jahres wollte das Theater das Kostüm aussortieren und bot es dem Pfarrer zum Kauf an", sagt der langjährige Martinsreiter. Und so sei der Martinsmantel dauerhaft nach Gieboldehausen gekommen.

Die Schneiderin Rita Müller versah den Mantel mit Druckknöpfen, dass er sich in der Mitte leicht mit dem Schwert teilen ließ. "Die berühmte Szene stellten wir zunächst unter der Straßenbeleuchtung an der Kreuzung Fleckenstraße / Wiesenweg nach", erinnert sich Sommer. Doch die Zahl der Umzugsteilnehmer sei gewachsen und jeder habe die Mantelteilung sehen wollen. So sei sie für ein paar Jahre im Anschluss an den Umzug, später dann vor dem Umzug in der Kirche nachgespielt worden. "Werner Grobecker hatte eigens dafür ein Podest gebaut", erzählt Sommer.

Bühne, Brezeln und Punsch

Die nachfolgenden Pfarrer Gerhard Olschewski und Matthias Kaminski hielten an der Tradition fest, die aber immer wieder kleinen Änderungen unterzogen wurde. Mittlerweile findet die Mantelteilung auf der Bühne vor dem Schloss statt und seit einigen Jahren organisiert der Helferkreis statt Süßigkeitenbeuteln Brezeln und Punsch. Und 2012 übernahm Westerreiterin Anette Becker die Rolle des St. Martin. "Doch trotz aller Änderungen, findet der Umzug auch nach 50 Jahren noch großen Anklang in der Gemeinde", zieht Sommer ein zufriedenes Fazit.

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