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Kampfjets und fliegende Hundehütten

Flugtag des Eichsfelder Modellbau-Clubs Kampfjets und fliegende Hundehütten

Kampfjets und Hubschrauber, fliegende Hundehütten und ein abhebender Elefant - zum Auftakt des Flugtages des Eichsfelder Modellbau-Clubs (EMC) haben rund 50 Piloten über 100 teils spektakuläre Flugobjekte in den blauen Himmel steigen lassen. Die Piloten reisten nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch Hamburg, Nordhessen und Nordrhein-Westfalen an.

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Germershausen. "Manche sind bereits am Mittwoch mit ihrem Camper angereist und nutzen unseren Flugtag zu einem kleinen Urlaub", erklärt Pressewart Andreas Paque.  Viele Modelle, die auf dem vereinseitigen Platz in Germershausen zu sehen sind, haben die Piloten in Eigenregie hergestellt. Allerdings habe sich der Trend inzwischen etwas verschoben, erklärt Paque: "Früher hat man mehr gebaut und ist weniger geflogen, heute ist es eher umgekehrt", erklärt der EMC-Pressewart. Viele Flieger könne man heute komplett fertig erwerben.  "Wenn man die Modelle selber baut, ist das aber der besondere Reiz. Das macht die Modelle für einen wertvoller", erklärt Paque.

Friedhelm Graulich weiß das ganz genau. Graulich, der aus der Nähe Mindens (NRW) angereist ist, ist mit seiner komplett aus Holz angefertigten F 18-Hornet am Start. "Allein die Turbine kostet knapp 2700 Euro. Der Gesamtwert beträgt knapp 10 000 Euro", erklärt Graulich,  der "einen langen Winter" Hand angelegt hat. "Von der Stange kaufen kann doch jeder", sagt der Veteran mit 40 Jahren Modellbauerfahrung.

Jan Friedrich kann mit seiner "Lavi" einen echten Prototyp präsentieren. "2,20 Meter Länge, 1,50 Meter Spannweite, komplett aus Glasfaserstoff gemacht", berichtet Friedrich stolz. Der ist durch seinen Vater vor mehr als 20 Jahren zu seinem Hobby gekommen: "Im Keller standen bei uns immer Modelle. Irgendwann habe ich mir eins geschnappt, ohne dass mein Vater davon gewusst hat."

 Platzwart Horst Timmermann hält für die Kinder etwas besonderes bereit. Sein orangefarbener "Bombon-Bomber" hat ein Spezielfach, in dem der 80-Jährige Süßigkeiten versteckt hat. "Zwei Pfund passen da rein", verrät Timmermann, bevor er per Knopfdruck die Klappe öffnet und es aus der Luft Bonbons regnet. "Man muss den Wind beachten, sonst landen die bei den Bauern auf dem Feld", mahnt der Schlesier, der seit 1945 in Mingerode wohnt.

Mirko Heinrichs hat seinen Elefanten "Dumbo" aus Depron, einem Stoff, um Wände zu dämmen, hergestellt. Und "Dumbo" scheint sich in der Luft sehr wohl zu fühlen - vielleicht liegt das ja an den aerodynamischen Ohren des fliegenden Tiermodells. Auch Engelbert Füllgrafs (EMC) Hundehütte, Bernd Schweissers (Nordhausen) Rasenmäher und Timmermanns "Mingeröder Pannekoken", eine Art überdimensionaler Pfannkuchen, heben bei nur leichtem Wind ab. "Das sind nahezu perfekte Bedingungen. Hier fliegt eben alles", erklärt Pressewart Paque schmunzelnd.

 Die Vereinsmitglieder treffen sich jeden Mittwoch ab 14 Uhr und sonntags ab 10 Uhr auf dem Germershäuser Flugplatz. "Interessierte sind immer willkommen", unterstreicht Paque. Am Sonntag geht der Flugtag um 10 Uhr weiter. Die letzten Modelle sollen gegen 17 Uhr abheben.

Von Christian Roeben

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