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Gemeinde trennt sich von Jugendhaus

Sparzwang und mangelnder Zuspruch Gemeinde trennt sich von Jugendhaus

Es hat für viel Diskussionsstoff gesorgt, wurde immer wieder einmal hinterfragt, jetzt kommt das Jugendhaus in der Fleckenstraße 59 unter den Hammer. Die Gemeinde trennt sich von der Liegenschaft, das Grundstück wird gegen Höchstgebot verkauft.

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Quelle: Thiele

Gieboldehausen. Mehrere Generationen von Jugendlichen haben in dem Fachwerkhaus einen Anlaufpunkt gehabt, gechillt und Freizeitangebote wahrgenommen, noch Ende 2014 für ein Graffiti-Projekt zur Spraydose gegriffen. 20 Jahre lang hat der Flecken Gieboldehausen mit Unterstützung durch Landkreis und Samtgemeinde das Gebäude für die offene Jugendarbeit genutzt – mit allen Höhen und Tiefen. Alle Jahre wieder wurde der Treffpunkt zeitweise geschlossen, gefolgt von neuen Anläufen und Debatten.

Seit vergangenem Jahr ist das Jugendhaus verwaist und verwahrlost. Zuvor waren bei einem Einbruch Fernseher und Spielekonsole gestohlen worden, es gab keine Küche mehr, die Elektrik war erneuerungsbedürftig, die Jugendlichen blieben aus. Noch im Juni hatte sich Samtgemeinde-Jugendreferent Dieter Seliger gegen Schließung, Umnutzung und Verkauf ausgesprochen, im Kulturausschuss des Fleckens dafür Zustimmung gefunden, die Jugendarbeit wieder ins Rollen zu bringen.

Dann kam die Gemeinderatssitzung im September, in der ein Haushaltssicherungskonzept für den finanziell angeschlagenen Flecken beschlossen wurde. Einstimmig und ohne weitere Diskussion votierten die Ratsmitglieder für einen Verkauf. „Das Freizeitverhalten hat sich geändert, das Haus trotz aller Bemühungen leider keinen Zuspruch mehr gefunden“, sagt Bürgermeisterin Maria Bock (CDU): „Die Kosten waren nicht mehr zu rechtfertigen.“
Die Gemeindeverwaltung hat jetzt den Ratsbeschluss umgesetzt und das 929 Quadratmeter große Grundstück im Ortskern zum Verkauf ausgeschrieben. Angebote sind bis zum 15. Februar in der Fleckenverwaltung im Rathaus abzugeben, die „grundsätzlich verhandlungsbereit“ ist. Als Orientierung für Kaufangebote wird auf den aktuellen Bodenrichtwert für Wohnbauland von derzeit 38 Euro pro Quadratmeter verwiesen. Der Lageplan kann im Fleckenbüro eingesehen werden, Auskünfte sind unter Telefon 0 55 28/202 200 erhältlich.

Das vor 1900 errichtete zweigeschossige Fachwerkhaus mit Anbau, das vom Flecken Gieboldehausen schrittweise saniert und im Inneren mehrfach mit Hilfe von Jugendlichen renoviert wurde, steht nicht unter Denkmalschutz. Bereits vor Ausschreibungsbeginn sind zwei Angebote eingegangen, die ebenfalls berücksichtigt werden. Die Immobilie liegt im Bereich des Bebauungsplanes Knickgraben, dessen Festlegungen bei möglichen Umbauten und baulichen Veränderungen beachtet werden müssten. Neue Jugendräume entstehen übrigens zurzeit in den Dörfern Desingerode, Renshausen und Landolfshausen. 

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