Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Genosse seit 70 Jahren

Ehrung für Heinrich Bode Genosse seit 70 Jahren

Für 70 Jahre Parteizugehörigkeit ist ein Urgestein der Eichsfelder Sozialdemokratie geehrt worden. Der Gieboldehäuser Heinrich Bode ist seit Gründung des SPD-Ortsvereins Gieboldehausen dabei und damit „einer der ältesten Sozialdemokraten Deutschlands“.

Voriger Artikel
Tabak für die Nachwelt
Nächster Artikel
Die Samtgemeinde im Blick

Thomas Oppermann ehrt Gieboldehäuser Urgestein Heinrich Bode für 70 Jahre in der SPD.

Quelle: OT

Gieboldehausen. Das merkte bei Bodes Ehrung Thomas Oppermann an, Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und des Unterbezirks Göttingen. Oppermann würdigte den 95-Jährigen als „streitbaren Genossen, der immer den Finger in die Wunde gelegt und mit viel Sachverstand vernünftige Lösungen und Gerechtigkeit eingefordert hat“. Bodes mit Wahlkampf- und Beitragsmarken beklebtes Parteibuch aus dem Jahr 1946 war Oppermann sogleich ein Twitter-Foto wert. Ebenso angetan war der Bundespolitiker über das kleine Büro, das sich der Bundesverdienstkreuzträger unter einem Rundfenster im Obergeschoss-Korridor der Seniorenresidenz Eschenhof geschaffen hat.

Sein fotografisches Gedächtnis hat sich Bode, der für sein hartnäckiges Insistieren bekannt ist, bewahrt. Ob es um Hochwasserschutz, Flurbereinigung oder Abstimmungsergebnisse geht: Die Vergangenheit ist für ihn ein offenes Buch. „Bode hat sich als engagierter Lokalpolitiker immer wieder auch mit der Verwaltung und dem politischen Gegner angelegt und stets das Kind beim Namen genannt“, sagt Arnold Sommer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Gieboldehausen. „Als Baufachmann kennt Bode jeden Stein im Ort“ ergänzt Reinhard Dierkes. Entscheidend eingesetzt habe sich Bode auch für die Schaffung der örtlichen Realschule.

Als gelernter Schornsteinmaurer war Bode weltweit auf Montage, hatte aber stets seinen Heimatort Gieboldehausen im Blick. Dort war er jahrzehntelang im Gemeinderat, im Duderstädter Kreistag ebenso wie im Rat der Samtgemeinde vertreten und ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht. Bode ist auch Gründungsmitglied des seit 1947 bestehenden Sozialverbandes Gieboldehausen und seit 70 Jahren in der Industriegewerkschaft (IG) Bau.

Sein Vater war ebenfalls Sozialdemokrat und wurde 1946 von den Engländern als Gemeindedirektor in Gieboldehausen eingesetzt - ein Amt, das er bis 1961 bekleidete. Die Probleme damals waren gänzlich anders. Als Beispiel nennt Bode die Amnestie für nach dem Krieg versteckte Jagdwaffen, als 1950 die Jagd wieder möglich wurde.

Zum ersten Mal erlebt Bode jetzt eine Gemeinderatswahl ohne SPD-Kandidaten. Einen Grund für die Verdrossenheit sieht er auch darin, dass „die Verwaltung den Rat mit Otmar Pfeifenbring als erstem SPD-Bürgermeister auflaufen ließ“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Das Tanz-Team des TSC-Schwarz-Gold Göttingen