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1000 Jahre Totenhausen

Gieboldehausen feiert 1000 Jahre Totenhausen

Große Tafeln an den Hauptverkehrssztaßen sind seit Wochen die Vorboten: Realgemeinde sowie Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Gieboldehausen feiern am Sonntag an der Kluskapelle die Ersterwähnung von Totenhausen vor 1000 Jahren.

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Michael Döring vor der Kluskapelle, an der einst die Totenhäuser lebten.

Quelle: Artmann

Gieboldehausen. Totenhausen ist eine von sieben um den Flecken herum gelegenen Wüstungen, deren Einwohner zwischen 1350 und 1500 ihre Dörfer aufgaben und aus Schutzbedürfnis mit Sack und Pack zum Amtssitz Gieboldehausen umsiedelten. Aufzeichnungen belegen, dass die Totenhäuser 23 Höfe zurückließen, als sie um 1400 umzogen. „Dort haben 300 bis 350 Menschen in Großfamilien gelebt“, berichtet Realgemeinde-Vorsitzender Michael Döring, der zugleich im HVV-Vorstand engagiert ist.

Laienschauspieler aus Gieboldehausen zeigen, wie Menschen vor 1000 Jahren gelebt, gewohnt und gearbeitet haben.

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Einer Steuerliste von 1542 ist zu entnehmen, das sich dort, wo heute die Klus steht, bereits eine kleine Kirche befand, die den Heiligen Cosmas und Damian gewidmet war. Nach ihrem Verfall wurde um 1682 an gleicher Stelle eine Kapelle dem Heiligen Bartholomäus geweiht. Von dieser blieb wiederum nur eine Steinplatte erhalten, die der heutigen 1848 gebauten Kapelle als Trittstein diente.

"Flächen, die keiner haben wollte"

Auf Anordnung der Königlichen Generalkommission Hannover wurde um 1900 im Eichsfeld das zuvor gemeinschaftlich genutzte Acker- und Grünland in Privateigentum überführt. Der in diesem Zusammenhang gegründeten Realgemeinde wurden nach Dörings Worten Bereiche zugeschlagen, „die keiner haben wollte oder die nicht von Privatleuten bewirtschaftet werden konnten“. Dazu habe unter anderem der Wald an der Peripherie der Gemarkung Gieboldehausen gezählt, außerdem Triften, Schluchten und auch die alte Dorfstelle von Totenhausen. Dass die Mitglieder der Realgemeinde eine ausgeprägte Verbindung zu der historischen Stätte haben, zeigt sich in den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen an der Kapelle und der Pflege dieses denkmalgeschützten Ortes, der west-südwestlich des Fleckens liegt.

Unter Bauleitung von Ortsheimatpfleger und Initiator Gerhard Rexhausen und mit tatkräftiger Unterstützung von vielen Gieboldehäusern wurden 2007 die verrottete Fußschwelle von Süd- und Ostwand ausgetauscht, die neuen Holzteile mit Bleifolie gegen aufsteigende Feuchtigkeit geschützt, das Fachwerk darüber neu ausgemauert und verputzt, die marode Verbretterung auf der Ostseite entfernt und durch solide Schalung aus Lärchenholz ersetzt. „Wir kümmern uns um den Erhalt der Linden und haben auch schon neue gepflanzt“, berichtet Döring. Ziel sei es, den Charakter des alten Dorfplatzes zu erhalten.

Vortrag, Schauspiel und Versteigerung

Das Programm zur 1000-Jahrfeier am Sonntag, 21, August, beginnt um 10.30 Uhr mit einem Feldgottesdienst, den Pfarrer Matthias Kaminski hält. Für das Spanferkelessen um 12 Uhr gibt es Essensmarken bei der Fleischerei Nachtwey, außerdem wird Gegrilltes angeboten, so die Organisatoren. Im Anschluss an die Begrüßung durch den Vorstand der Realgemeinde um 13 Uhr hält Geografie-Professor und Historiker Dr. Dietrich Denecke um 13.30 Uhr einen Vortrag über „Die Geschichte der Wüstung Totenhausen“. In einem historischen Schauspiel wird um 15 Uhr nicht nur die Ersterwähnung am 10. Januar 1016 nachvollzogen.

„In zehn Szenen werden 15 Laiendarsteller zeigen, wie die Menschen vor 1000 Jahren gelebt, gewohnt und gearbeitet haben“, so Realgemeinde-Vorsitzender Michael Döring, Nach dem Kaffeetrinken um 15.30 Uhr folgt um 17 Uhr eine Holzverlosung. 200 Lose werden vor Ort verkauft, es winken 15 Mal ein halber Raummeter in gebündelter Form und als Hauptpreis warten auf einem Anhänger acht Raummeter Brennholz. Für musikalische Begleitung sorgen die Ecklingeröder Blasmusikanten. Um den historischen Bezug herzustellen, wird auf der Wiese vor dem Ort eine alte Dorfstelle inszeniert. Parkplätze stehen auf Stoppelfeldern bereit.

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