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Hoffnung für einbeinigen Storch

Ottobock-Orthopädietechniker nehmen Maß für Prothese Hoffnung für einbeinigen Storch

Der einbeinige Storch, der zurzeit in der Greif- und Eulenstation in Rüdershausen lebt, ist auf dem Weg der Genesung. Ottobock-Orthopädietechniker Mathias Menzel hat gemeinsam mit den beiden Auszubildenden Robert Pankratz und Leon Fiolka Maß genommen, um für den Vogel eine Prothese anzufertigen.

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Die einbeinige Störchin Fee soll eine Prothese mit einem Kugelfuß bekommen.

Quelle: Heller

Rüdershausen. Die Duderstädter Tierärztin Brigitte Sindermann kam am Dienstag nach Rüdershausen, um den verband am Stumpf zu wechseln. „Ich bin zufrieden mit dem Heilungsprozess“, erklärte sie. Um das behandelte Stumpfende bilde sich neue Haut. Und wenn man bedenke, in welchem Zustand der Storch in der Station angekommen sei, habe sich bereits viel getan.

Den Zeitpunkt des Verbandswechsels nutzte die Ottobockabordnung, um mit Silikon eine Negativform des Stumpfes zu nehmen. „Darin können wir dann eine Positivform gießen, an der wir die Prothese anpassen“, erklärte Menzel, der sich als Orthopädietechniker im Kompetenzzentrum von Ottobock im Bereich Prothetik für untere Extremitäten tätig ist. „Wir verwenden ein Zweikomponentenmaterial, das schnell und ohne exotherme Reaktion, also ohne Wärmebildung, aushärtet.“

Kugelfuß als bevorzugte Variante

Geplant sei eine Prothese mit einem Kugelfuß, so Menzel. Friedrich-Karl Schöttelndreier, der den Storch seit 12. Juli in Pflege hat, erläuterte die Vorteile eines Fußes in Kugelform: „Dadurch kann der Storch gut stehen und bleibt beim Gehen nicht so leicht irgendwo hängen.“ Außerdem müsse die Prothese zwar fest sitzen, aber auch leicht abzunehmen und gut zu reinigen sein.

Mittlerweile sei auch festgestellt worden, dass der Jungstorch weiblich sei. Dazu hatte Schöttelndreier Federn zur Untersuchung an ein Labor geschickt. „Wir hatten ihn ursprünglich Felix genannt“, erzählte er. „Meine Enkelin wollte ihn nach der Feststellung des Geschlechts Felicitas taufen, wir haben uns aber dann auf die kurze Form Fee geeinigt.“

Pflege in neuem Zuhause

Fee steht zurzeit auf einer provisorischen Prothese aus Styropor und einem runden Plastikflaschenboden. Bis die neue Prothese angepasst werden kann, dauert es aber noch eine Weile. „Zuerst muss die Wunde komplett verheilen“, so Menzel, der erklärte, dass er bislang noch keine Erfahrung mit Tierprothesen habe. Seine beiden jungen Mitstreiter, die derzeit das dritte Lehrjahr durchlaufen, müssten am Ende ihrer Ausbildung in der Lage sein, eine Versorgung selbstständig zu planen und umzusetzen. „Und am Storch lässt sich das gut simulieren.“ Der werde aber selbst mit Prothese nicht in Freiheit entlassen, sondern müsse weiter in Pflege leben, erklärte Schöttelndreier. Dazu soll er aber in ein neues Zuhause umsiedeln, wo weitere Störche leben.

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