Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Hirnorganische Umbauten

Info-Abend zur Pubertät Hirnorganische Umbauten

Die Pubertät verändert das Leben von Heranwachsenden und stellt Eltern vor besondere Herausforderungen im Erziehungsalltag. Tipps und Hilfestellungen hat es bei einem Informationsabend gegeben, den Erziehungsberater aus dem Caritas-Zentrum Duderstadt im Familienzentrum St. Antonius gestaltet haben.

Voriger Artikel
Altarfenster in Kreuzkirche wird saniert
Nächster Artikel
Großer Andrang bei Seniorenwallfahrt
Quelle: GT

Gieboldehausen. „Die Pubertät ist eine Durchgangsphase, sie hat einen klar definierten Beginn und meist auch ein Ende“, sagte Erziehungsberater Markus Piorunek und ergänzte: „Diese Aussicht macht Hoffnung“, was Schmunzeln bei den rund 20 Teilnehmern auslöste. Sie erfuhren, dass mit dem Erreichen der Geschlechtsreife im Alter zwischen zehn und 14 Jahren die „biologische Bedeutung“ dieser Phase beginne und die „soziale Bedeutung“ im Alter von 18 bis 20 Jahren das Ende kennzeichne. „Ziel ist die Fähigkeit, eine Erwachsenenrolle in der Gesellschaft zu spielen“, konkretisierte Piorunek.

Dazu gehöre die Übernahme von Verantwortung, für sich selbst, in der Arbeitswelt und in der Familie sowie die Gestaltung dauerhafter sozialer Beziehungen. „Man könnte auch sagen: Die Pubertät endet dann, wenn man Dinge tut, obwohl es einem die Eltern geraten haben“, so der Referent, der auch auf die körperlichen Veränderungen zu sprechen kam. „Pubertierende Körper sind Chemiefabriken, Wachstums- und Sexualhormone sorgen für den Umbau des Körpers mit dem Ziel, aus dem kindlichen einen erwachsenen Körper zu schaffen.“

„Hirnorganische Umbauten“ würden deutlich machen, dass das emotionale Erleben Jugendlicher aus dem Lot geraten sei. „Viele Jugendliche starten eine Rebellion gegen Erwachsene“, so der Erziehungsberater. Das Ausreizen von Grenzen und die Verletzung von sozialen Normen seien jugendtypisch.

Den Eltern vermittelte er, dass Erziehung trotz aller Probleme, die die Pubertät mit sich bringe, weiter angesagt sei. Wer sich daraus zurückziehe, ziehe sich auch aus der Beziehung zurück, was zu Haltlosigkeit und Orientierungslosigkeit führen könne. Jugendliche würden sich in den Eltern „ein echtes Gegenüber“ wünschen, das ihnen durch konsequentes Verhalten Halt und Orientierung gebe.

Piorunek gab einige Tipps, wie das Familienleben in der Pubertät funktionieren könne. Dazu gehöre Gelassenheit, „nicht alles auf die Goldwaage legen“. Dem Kind sollte Vertrauen geschenkt werden, und ihm Selbstständigkeit zugetragen werden. Durch das Betonen von Erfolgen und positiven Veränderungen gelte es, das Selbstbewusstsein des Pubertierenden zu stärken. Kinder sollten nicht ständig mit anderen Jugendlichen und die eigene Familie nicht mit anderen Familien verglichen werden. An Zuhörer appellierte er, daran zu denken, „dass auch deren Pubertät irgendwann ein Ende hatte“.

In einem „dialogischen Salon“ kamen die Eltern anschließend in wechselnd zusammengesetzten Gruppen ins Gespräch über verschiedene Aspeke das Vortrags. Die wichtigste Erkenntnis sei für die Eltern gewesen, „dass Gelassenheit am Wichtigsten ist, trotzdem aber Grenzen gesetzt werden sollten“, so Dagmar Günther-Jakubczik von der Erziehungsberatungsstelle.art

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“