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Kirche in Wollershausen braucht neue Glocken

90.000 Euro Kirche in Wollershausen braucht neue Glocken

Zwei, vielleicht sogar drei neue Glocken aus Bronze will die evangelische Kirchengemeinde Wollershausen beschaffen. Wie sich die 60.000 beziehungsweise 90.000 Euro dafür aufbringen lassen, berät der Kirchenvorstand am Donnerstag, 1. Juni, um 19 Uhr im Feuerwehrhaus, Hauptstraße, mit Bürgern.

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Drohen zu zerspringen: Pfarrer Jens-Arne Edelmann mit den beiden Glocken.

Quelle: mic

„Unsere beiden Kirchenglocken sind aus Stahl gegossen und rosten materialbedingt von innen“, berichtet Pastor Jens-Arne Edelmann. Den Schlaginstrumenten gibt Andreas Philipp, der Glockensachverständige für die Landeskirche Hannover, eine Lebensdauer von 80 Jahren. Dieses Alter hat die ältere der beiden Wollershäuser Glocken, die 500 Kilogramm schwer ist und einen Durchmesser von 1,1 Metern hat, längst erreicht. Sie wurde 1925 gefertigt.

Die jüngere Glocke, die 270 Kilogramm wiegt und einen Durchmesser von 0,9 Metern hat, stammt aus dem Jahr 1957. Sie würde noch ein paar Jahrzehnte ihren Dienst tun. Physiker Philipp sah aber bereits vor fünf Jahren Handlungsbedarf. Die größere Glocke könnte springen. Er regte damals die Beschaffung eines dreistimmigen Geläutes aus Bronze an, das mehr Möglichkeiten biete als ein zweistimmiges. Bronzeglocken klängen zudem weicher und wärmer.

Landeskirche

„In diesem Jahr haben wir beschlossen, das benötigte Geld einzuwerben“, sagt Sylvia Tusche, die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands. Einfach werde es für die 330 Gemeindemitglieder nicht. Die Landeskirche, so Philipp 2012, steuere 2.000 Euro pro Glocke bei. Eventuell gebe auch der Kirchenkreis Harzer Land etwas dazu. Den größten Teil müsse die Gemeinde jedoch selbst aufbringen. „Bei Kollekten und durch Spenden kamen in den vergangenen Wochen 2500 Euro zusammen“ freut sich Tusche.

Der Kirchenvorstand hofft, das Wollershäuser bei runden Geburtstagen oder Goldenen Hochzeiten um Spenden für die Glocken bitten. Auch auf Einzelstifter oder Stifterfamilien setzt der Kirchenvorstand. Die ältere Glocke stiftete einst der hannoversche Schokoladenfabrikant August Sprengel, dessen Großvater, Georg-Wilhelm Sprengel von 1820 bis 1855 Pastor in Wollershausen gewesen ist. Hilfe sagt Bürgermeister Ulrich Schakowske (SPD) zu: „Die beiden alten Wollershäuser Bronzeglocken wurden nacheinander im Ersten und im Zweiten Weltkrieg eingezogen und für Kriegszwecke eingeschmolzen.“ Die Kommunalpolitiker des Orts sähen sich daher in einer moralischen Verantwortung.

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