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Kontroverse Diskussion über Benennung des Schlossplatzes in Gieboldehausen

Gekünstelt oder geschichtsbewusst? Kontroverse Diskussion über Benennung des Schlossplatzes in Gieboldehausen

Die CDU hat beantragt, den Gieboldehäuser Schlossplatz in Freiherr-von-Minnigerode-Platz zu benennen. Im Rat der Gemeinde wurde das Thema von der Tagesordnung abgesetzt und an den Kulturausschuss verwiesen, der Diskussion dort dann aber doch vorgegriffen. Und die verlief durchaus kontrovers.

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Schlossplatz im Winter

Quelle: Pförtner

Gieboldehausen. Auslöser war die Anmerkung Reinhard Kellners in der Einwohnerfragestunde, die Bezeichnung Schlossplatz habe sich im Volksmund eingebürgert, mit dem neuen Namen  könnten Neubürger nichts anfangen. Auch deshalb sei der Antrag ja gestellt worden, meinte Bürgermeisterin Maria Bock (CDU) und nannte als Anlass den 90. Geburtstag des ehemaligen Schlossherren Hilmar von Minnigerode, den er an seinem einstigen Stammsitz gefeiert hat. Es gehe nicht nur darum, einen über Jahrhunderte mit der Geschichte des Fleckens verbundenen Namen zu verankern, sondern auch um praktische Orientierungshilfe, begründete Katharina Haase (CDU) den Antrag. Offziell gebe es die Bezeichnung Schlossplatz nicht. Das Schloss, dessen Obergeschoss an eine Familie vermietet ist und das von der Geschichtswerkstatt genutzt wird, habe die Adresse Hahlestraße 13. Für Ortsfremde und mit Navigationssystemen sei es nur schwer zu finden, zumal die ehemalige Toreinfahrt abgerissen worden sei.

„Für Gieboldehausen ist und bleibt es der Schlossplatz“, hielt Michael Döring (Freie Wähler GfG) dagegen. In allen Publikationen, in denen das Schloss als Wahrzeichen des Ortes auftaucht, sei nur vom Schlossplatz die Rede. Freiherr-von-Minnigerode-Platz sei ein gekünstelter Name, mit dem kein junger Gieboldehäuser etwas anfangen könne.

„Wir haben kein Schloss, sondern einen Burgmannsitz“, belehrte Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen das Gremium In der Vergangenheit sei für das Gutshaus die Bezeichnung „vor dem Wall“ geläufig gewesen. Als Identifikationsobjekt des Ortes sollte es aber einen Bezug zu der Familie haben, die es einst erbaut hat, unterstützte Rexhausen den CDU-Antrag.

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