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Krebecks Barockkirche feiert 300-jähriges Bestehen

Messe mit Bischof Norbert Trelle Krebecks Barockkirche feiert 300-jähriges Bestehen

Eine neue Kirche erbauten sich die Krebecker vor 300 Jahren. Das feiern die Katholiken am Sonntag, 16. Oktober, gemeinsam mit Bischof Norbert Trelle. Die Vorgängerkirche war ein Jahrhundert zuvor, während des Dreißigjährigen Kriegs, von Truppen des Braunschweiger Herzogs niedergebrannt worden.

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Vor ihrer 300 Jahre alten Kirche: Erika Priesnitz (v.l.), Rüdiger Heine, Anna-Maria Rörig, Monika Vollmer.

Quelle: Oliver Thiele

Krebeck. Lange war der Welfen-Herzog Patron der Kirche, doch nach der Rekatholisierung des Eichsfelds machte der Mainzer Erzbischof dem Protestanten die Besetzung der Pfarrstelle streitig, heißt es in der Festschrift. Mitgefühl mit den Krebeckern hatte Christian von Braunschweig, der „tolle Christian“, jedenfalls nicht, als er 1623 mit seinem Soldaten im Eichsfeld einfiel. Damals ging das ganze Dorf in Flammen auf. „Nur der Kirchturm überstand den Brand“, berichtet Rüdiger Heine vom Ortskirchenrat.

Unter dem erzbischöflichen Kommissarius, Herwig Böning, entstand die Kirche 1716/17 neu, zusammen mit mehr als 40 anderen Kirchen im Eichsfeld. Der Erfurter Weihbischof Johann Joachim Hahn weihte den schmucken Barockbau 1724. „Im Laufe der Jahrhunderte gab es immer wieder bauliche Veränderungen“, weiß Heine. Spenden des Krebeckers Henry Rudolph, der nach New York ausgewandert war, ermöglichten es 1928, die Glocken im Kirchturm aufzuhängen. Zuvor hatte es ein separates Glockenhaus gegeben.

Den Innenraum prägt seit 1726 ein dreigeschossiger Hochaltar. Ganz oben ist rechts die heilige Felicitas zu sehen, links ihr Sohn, der heilige Alexander. Alexander und seinen Brüdern ist die Kirche geweiht. Die römischen Christen erlitten 162 nach Christus unter Kaiser Marc Aurel den Märtyrertod. „Die Mutter musste bei der Enthauptung ihrer sieben Söhne zusehen, bevor sie selbst getötet wurde“ erzählt Monika Vollmer vom Ortskirchenrat. Die klassizistische Kanzel schufen zwei Tischlermeister aus Holzerode. Den mächtigen Seitenalter, an dem die Katholiken die Gottesmutter Maria verehren, kaufte die Gemeinde in Duderstadt. Während der letzten großen Sanierung 2000/01 erhielt die Kirche neue Bänke aus Esche in barockem Stil.

„Zu den sonntäglichen Gottesdiensten kommen 80 bis 90 Gläubige“, sagt Heine. Zum Kirchort Krebeck, der seit November 2014 Teil der Pfarrgemeinde Bilshausen ist, gehören 800 Katholiken. Einige von ihnen leben in den Nachbarorten Ebergötzen sowie Waake und Bösinghausen. „Seit 2014 gibt es einen Förderverein, der 74 Mitglieder hat“, sagt Anna-Maria Röring, die dem Ortskirchenrat vorsitzt.

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