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Lager verwandelt sich in Treffpunkt

Flüchtlingsheim Wollershausen soll interkulturelle Möglichkeiten bieten Lager verwandelt sich in Treffpunkt

Nachdem sich die Nebengebäude am Schloss Wollershausen vom Erstaufnahmelager in eine dauerhafte Unterkunft für Flüchtlinge gewandelt haben, gibt es einige bauliche Veränderungen. Bei der Umgestaltung helfen auch Flüchtlinge mit.

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Die Flüchtlinge helfen bei der Umgestaltung des Heims mit.

Quelle: Thiele

Wollershausen. Eine Kombination aus zwei Schwerpunkten solle geschaffen werden, sagt Julia Adler, Standortleiterin der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung (GAB) als Betreiberin der Einrichtung: Zum einen sollen die Wohnbereiche so umgestaltet werden, dass dort auch ein Privatleben möglich ist, zum anderen sollten der Park, ein Spielplatz und die Turnhalle wieder für die Dorfbewohner nutzbar sein und Treffpunkte bieten für Einheimische und Flüchtlinge.

So werde auch die Integration erleichtert, erklärt Ader. „Geplant sind jetzt neue Spielgeräte auf dem Spielplatz. In der Turnhalle werden die Spanplatten, die den Boden geschützt hatten, wieder herausgenommen, wenn die Malerarbeiten beendet sind. Die Wohnungen und Flure wurden größtenteils schon renoviert“, zählt Adler die Maßnahmen auf. Auch im Park tut sich einiges. Der Landschaftspfleger Björn Adler ist zurzeit damit beschäftigt, die Außenanlagen auf Vordermann zu bringen. Um den Garten dann interkulturell zu nutzen, könne ein Schlosscafé mit Außenanlage oder ein Pavillon entstehen.

Um die Pläne umzusetzen, helfen auch Flüchtlinge mit, die bereits Berufsbildungsmaßnahmen bei der GAB und Sprachkurse absolviert haben. Für die Bewohner der Einrichtung sind Übersetzer, ehrenamtliche Helfer, Sprachlehrer und Flüchtlingslotsen im Einsatz.

Zu den Bewohnern gehören auch die beiden jungen Iraker Hariwan und Harbiy, die erst wenige Monate in Deutschland sind und mit weiteren fünf jungen Männern in einer WG leben. Die Wohnung wirkt sauber und aufgeräumt. Die Arbeitsteilung funktioniere gut, sagt Harbiy, der gern kocht und auch als Koch in Deutschland arbeiten würde - oder in einem Sicherheitsdienst. Hariwan träumt von einer Karriere als Musiker und möchte ebenfalls in Deutschland bleiben. Angehörige habe er keine mehr, sagt der junge Mann. Dass Hariwan eine ausgezeichnete Stimme habe, bestätigt der arabische Übersetzer Rashid.

Der Rückblick auf das Erlebte scheint schwer zu fallen, aber die Aussicht auf eine Zukunft gibt den jungen Männern ein Ziel. Die Sprache sei ein wichtiger Schritt, meinen die beiden Iraker, die sich erst in Deutschland kennengelernt und angefreundet haben, und gehen in den Deutschunterricht. ny

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