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Zeitreise auf der Wiese

Leben wie vor 1000 Jahren Zeitreise auf der Wiese

Hunderte Interessierte sind am Sonntag an einen geschichtsträchtigen Ort gekommen. Sie feierten die Ersterwähnung von Totenhausen vor 1000 Jahren, erfuhren eine Menge über die Geschichte der Wüstung und sahen in einem Schauspiel, wie die Menschen in der damaligen Zeit gelebt haben.

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Laiendarsteller aus Gieboldehausen zeigen, wie Menschen vor 1000 Jahren gekocht und gelebt haben.

Quelle: Arne Bänsch

Gieboldehausen. „Man hat heute den Eindruck, dass Totenhausen wiederauferstanden ist“, sagte Dietrich Denecke, Professor für historische Geografie an der Universität Göttingen, zu den Gästen im Festzelt. „Wir öffnen ein Fenster in die Vergangenheit und holen Erinnerungen in unsere Gegenwart“, so der Wissenschaftler. Das Areal der vor rund 600 Jahren verlassenen, wüst gefallenen Siedlung sei das einzige der Wüstungen in der Gemarkung Gieboldehausen, das im Mikrorelief einige Befunde der einstigen Ansiedlung erkennen lasse. Der Vorsitzende der Realgemeinde Gieboldehausen, Michael Döring, erinnerte daran, dass Totenhausen bereits um 800 bis 850 besiedelt worden sei und damit lange vor der Ersterwähnung.

Laienschauspieler aus Gieboldehausen zeigen, wie Menschen vor 1000 Jahren gelebt, gewohnt und gearbeitet haben.

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20 Laiendarsteller vermittelten dem Publikum anschließend auf einer Wiese einen Eindruck vom Bauernleben vor tausend Jahren. Nachdem Klärchen Kopp als Küchenfrau den Besuchern gezeigt hatte, wie und was zur damaligen Zeit gekocht wurde, erfuhren die Besucher von Wilfried Basdorf in der Rolle des Küchenmanns, dass Bier mit Zutaten wie Gagel, Schafgarbe und Löffelkraut gebraut wurde. Renate Sommer-Wüstefeld als Quacksalberin erläuterte dem Publikum in gereimter Form nicht nur, was bei gesundheitlichen, sondern auch bei seelischen Problemen zum Einsatz gekommen sei. „Frohe Stimmung und gute Laune besorgte immer die Alraune.“ Spannend wurde es anschließend als ein Reiter-Trio auf der Wiese erschien. Günther Schlick als Bote des Kaisers Heinrich II. und Werner Grobecker als Dorfvorsteher Heinrich II. vollzogen mit einem von Ortsheimatpfleger Gerhard Rexhausen verfassten Dialog und in einer vom gesamten Ensemble umgesetzten Szene nach, wie es zur Ersterwähnung gekommen war.

In Reim und Vers trug Hans-Werner Krüger die Einführungs- und Zwischentexte vor, die Herbert Jüttner ebenso wie die Texte des „Bauernlebens“ verfasst hatte. Das Publikum erfuhr, dass die Säuglingssterblichkeit in der damaligen Zeit bei 25 Prozent gelegen habe und die Menschen nicht viel mehr als 30 Jahre alt geworden seien. Zum Auftakt der Feier zelebrierte Pfarrer Matthias Kaminski eine Messe. Schlusspunkt war eine Holzverlosung. Wer kein Holz gewann, konnte eine eingetopfte kleine Hainbuche mit nach Hause nehmen.

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