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Rundumleuchte am Rollator

Laientheater in Wollbrandshausen Rundumleuchte am Rollator

Wilder als die Polizei erlaubt - So geht es auf der „Polizeiwache 007“ zu. Das Stück um eine Chaostruppe in Uniform und schrille bis kriminelle Dorfbewohner hat die Theatergruppe des Männergesangvereins (MGV) St. Joseph am Montag erstmals aufgeführt. Weitere Vorstellungen folgen.

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Quelle: NE

Wollbrandshausen. So etwas hat Armin Krug (Oliver Rudolph) auch noch nicht erlebt. Erst kann der Polizeirat den neuen Dienststellenleiter nicht an seiner neuen Wirkungsstätte anmelden, weil schlichtweg niemand ans Telefon geht, dann findet der neue Chef eine Mannschaft vor, die alles mögliche wahnsinnig ernst nimmt - abgesehen von der Polizeiarbeit.

So kümmert sich Oberwachtmeister Heinz Wimpel (Marco Sehl) in Schürze und Unterhemd ganz rührend um seine legendäre Gulaschsuppe. Oberwachtmeister Ernst Huber (Stefan Rudolph) sorgt sich um seine Gesundheit: Im knitterigen Hemd und halb gebundener Krawatte steht er nichtsahnend vor seinem neuen Chef. Kein Wunder, hatte er doch noch Minuten zuvor ein Nickerchen gehalten, bis Putzfrau Erna Krawuttke (Michaela Bodmann) singend und feudelnd im Büro gestanden hatte. „Ich will nen Cowboy als Mann“, trällerte sie vor sich hin, erstaunlich gut gelaunt, bedenkt man, dass sie auf der Wache Schwarzarbeit betreibt. Huber jedenfalls dürfte als Cowboy nicht in Frage kommen, sofern er seinen Colt so schnell zieht wie er heiratet: Seit 20 Jahren schon verspricht er seiner Palmine (Nina Friederici), der forschen Pensionswirtin, sie zu heiraten, sobald er die Beförderung in der Tasche habe. Die ist längst erfolgt, und als sie das erfährt, gerät Huber mächtig unter Zugzwang.

Laientheater in Wollbrandshausen

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Unterstützung im Müßiggang erfährt er von Käte Meise, dem „Meischen“, der guten Seele der Wache (Janina Freiberg). Sie hilft ihrem Chef schon einmal aus der Patsche, wenn dessen holde auf dem Revier aufschlägt. Sofern sie nicht gerade abgelenkt ist durch den Gigolo Hasso Graf (Michael Rudolph), den sie sich angelacht hat. Schon seltsam, dass er ewig seine Geldbörse vergisst und dennoch so gern für die beiden einkaufen geht...

Entsprechend große Augen macht der geldgeile Graf, als Oma Tilli (Regina Goebel) mit einer Dose auf der Wache auftaucht, in der es gewaltig klimpert und raschelt. 25000 Euro darin, die gesamten Ersparnisse. Und die sollen in den Waffenschrank zur sicheren Verwahrung. Blöd nur, dass der so gut versperrt ist, dass selbst die Schauspieler auf der Bühne überrascht sind, als er nicht aufgehen will.

In dieses Chaos platzen Molly Storch (Melanie Fischer), die überschminkte Tussi, die einen Rollator-Rowdie anzeigen will, der ihr Auto demoliert haben soll, und der Übeltäter selbst: Mit Polizeimütze zum Karo-Hemd und Pullunder, auf einen Rollator mit Rundumleuchte gestützt, poltert „Chef“ ins Haus, der Oberkommissar a.D. Ottokar Greifer (Walter Friederici). Vorbei ist es mit der Ruhe auf dem Revier.

Unter der Regie von Manfred Bodmann und souffliert von Heinz Nordmann haben die Laiendarsteller aus Wollbrandshausen und Gieboldehausen ein Stück erarbeitet, das dem Publikum vom ersten Ton an zusagte. Gespielt wurde die Derrick-Titelmelodie. Klischees wurden auf die Schippe genommen, aber nur so weit überzeichnet, dass sie noch glaubwürdig blieben. Nach rund vier Monaten Proben für den Dreiakter hatten sie Schauspieler ihre Figuren zudem bestens verinnerlicht - und überspielten selbst kleine Pannen mit viel Humor und ganz souverän. Den rund 250 Zuschauern gefiel es: Sie lachten sich aus dem Weihnachtsfest hinaus.

Die Theatergruppe präsentiert das Stück erneut am Sonnabend, 7. Januar, um 20 Uhr sowie am Sonntag, 8. Januar, um 14.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Einlass ist am letzten Aufführungstag bereits um 13 Uhr, die Besucher erwartet auch Kaffee und Kuchen. Karten gibt es bei Manfred Bodmann, Telefon 05528/8787.ne

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