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Landkreis will Schloss in Wollershausen kaufen

Bis zu 200 Flüchtlinge Landkreis will Schloss in Wollershausen kaufen

Der Landkreis Göttingen führt abschließende Gespräche mit dem Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), um die Gebäude dessen ehemaliger Jugendhilfeeinrichtung in Wollershausen zu erwerben. Wohnheim, Wirtschafts- und Schulgebäude sollen für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden.

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Bis zu 200 Flüchtlinge sollen in den Wirtschaftsgebäuden untergebracht werden.

Quelle: Vetter

Wollershausen. Der Gebäudekomplex gehört  zum Konzept für Immobilienkäufe, das nichtöffentlich im Kreisausschuss vorgestellt wurde. Der SkF mit Sitz in Dortmund versucht bereits seit einem Jahrzehnt vergeblich, das barocke Wasserschloss samt Park und Nebengebäuden zu veräußern. „Wir wollen das Objekt so schnell wie möglich erwerben“ , sagt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann und bestätigt die Kaufverhandlungen, deren Gegenstand auch das Schloss ist: „Wenn wir kaufen, dann komplett.“ Das Schloss selbst komme allerdings nicht als Flüchtlingsunterkunft in Frage. Zu Preisen will sich Lottmann nicht äußern, der SkF zu dem gesamten Thema nicht. Bekannt ist, dass der Gebäudekomplex in der Vergangenheit bereits für eine sechsstellige Summe angeboten wurde, der Sanierungsbedarf für das denkmalgeschützte   Schloss aber siebenstellig ist.

Nach dem Kauf durch den Kreis soll es auch Überlegungen für ein Nachnutzungskonzept geben. „Wenn die Immobilie nicht mehr für Flüchtlinge benötigt wird, wollen wir gemeinsam mit der Gemeinde und Samtgemeinde nach Lösungen suchen“, sagt Lottmann. Wollershausens Bürgermeister Ulrich Schakowske (SPD) begrüßt den Vorstoß des Kreises, der dann in der Pflicht sei. Schakowske hatte Bedenken, weil es auch private Investoren gegeben habe, die Interesse gezeigt hätten, die Gebäude zu erwerben und ebenfalls als als Wohnraum für Flüchtlinge anzubieten.

Der Landkreis will auch die Turnhalle am Schloss erwerben, die seit vergangenem Jahr im Zuge von Amtshilfe als Erstaufnahmeeinrichtung für bis zu 100 Flüchtlinge genutzt wird. Zurzeit sind rund 40 Plätze in der Halle besetzt, die Zahl ändert sich aber fast täglich. Lottman geht davon aus, dass die Turnhalle für eine Übergangszeit weiterhin als Erstunterkunft dienen wird, bis die Amtshilfe ausläuft. In den Gebäuden rund um das Wasserschloss will der Landkreis nach dem Kauf bis zu maximal 200 dauerhaft der Kommune zugewiesene Flüchtlinge einquartieren.

Wasserschloss auf Eichenpfählen

Wollershausen. Das barocke Wasserschloss im Ortskern, das bis 1932 Familiensitz war, ließ Ludwig von Minnigerode von 1732 bis 1735 in sumpfigem Gelände auf Eichenpfählen errichten. 1947 mietete der Katholische Fürsorgeverein das Schloss, um dort ein Mädchenheim einzurichten. Der aus dem Fürsorgeverein hervorgegangene Sozialdienst katholischer Frauen erwarb dann 1953 das Schloss und seine Wirtschaftsgebäude, die 1968 um einen zweckfunktionalen Neubau erweitert wurden.

Dieses Wohnheim wurde 2002 umgebaut und modernisiert, mit dem Landkreis ein Kooperationsvertrag abgeschlossen, ein Jahr zuvor das schon lange auch Jungen aufnehmende Mädchenheim in „Jugendhilfe Schloss Wollershausen“ umbenannt. 2006 wurde die Jugendhilfeeinrichtung dezentralisiert, der Hauptsitz aus pädagogischen und logistischen Gründen ins ehemalige geophysikalische Institut oberhalb der Göttinger Rohnsterrassen verlegt. Seitdem sucht der SkF nach einem Käufer für den Gebäudekomplex im Wollershäuser Ortskern mit 6100 Quadratmetern Wohnfläche und 38 000 Quadratmetern Grundstück.

Die ehrgeizigen Pläne eines Trägervereins, dort  ein integratives Wohn- und Arbeitsprojekt für Behinderte zu realisieren, verliefen im Sande. Auch nach dem Umzug und der Umbenennung in „Jugendhilfe Am Rhons“ wurden in Wollershausen weiterhin Räume für einzelne Wohngruppen und Angebote genutzt.

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