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Blühende Landschaften und viel Bürokratie

Landschaftspflegeverband kooperiert mit Landwirten Blühende Landschaften und viel Bürokratie

Rund 50 Landwirte haben sich im Hofcafé Gieboldehausen über Agrarumweltmaßnahmen auf dem Acker informiert. Ute Grothey vom Landschaftspflegeverband des Kreises Göttingen stellte Neuerungen, Antragsmodalitäten, Fördersätze und Blühstreifen-Varianten vor.

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Dient der Artenvielfalt: Luzernefläche mit Blick auf Waake.

Quelle: Petersen

Gieboldehausen. Der Pflegeverband, der mit der Kreisfusion Harzer Wald und Bergwiesen hinzubekommt, hat bereits seine Fühler nach Osterode ausgestreckt. Zu der kreisübergreifenden Infoveranstaltung über das komplexe und fachspezifische Thema sind allerdings nur zwei Gäste aus dem Raum Osterode gekommen.

Im vergangenen Jahr hatte es erhebliche Irritationen darüber gegeben, ob durch die Anlage mehrjähriger Blüh- und Schonflächen für den Rotmilan der Ackerstatus von Flächen verloren geht. Ein Drittel der Anträge für 700 Hektar Fläche seien wieder zurückgezogen worden, berichtete Grothey. Jetzt stelle eine aktuelle Auslegung der EU-Kommission sicher, dass Vertragsnaturschutzäcker kein Dauergrünland werden und den Status vor der Maßnahme behalten.

Eine zentrale Rolle bei der Präsentation spielte der Rotmilan, dessen Nahrungsangebot durch Schon- und Blühflächen verbessert werden soll. Bei einer Verpflichtung zu fünfjährigem Ackerfutterbau mit Ruhefläche müssen die Flächen zwischen 1. Mai und 30. Juni mindestens zweimal gemäht werden. Umbruch ist nicht möglich, aber Übersaat und Nachbeweidung. Als weitere Agrarumweltmaßnahmen stellte Grothey einjährige, mehrjährige und strukturreiche Blühstreifen vor. Vorgeschriebene Saatgutmischungen - von heimischen Wildblumen über Leguminosen wie Luzerne bis hin zu Gelbem Steinklee - sollen für Blüten über einen längeren Zeitraum sorgen, bei der Beteiligung von Imkervereinen wird ein Bonus gewährt, eine Doppelförderung ist nicht möglich, für einen Teil der Flächen ist Winterruhe vorgeschrieben. Grothey betonte mehrfach, wie wichtig Belege und Dokumentation vor dem Hintergrund der Förderkulisse seien. Mit Gebietseinschränkungen rechnet sie durch den Bau neuer Windräder. Im Umkreis von 1,5 Kilometern sollten keine zusätzlichen Nahrungsraumflächen für den Rotmilan geschaffen werden.

Für strukturreiche Blühstreifen warb Eckhard Gottschalk von der Göttinger Universität, der das Rebhuhn-Schutzprojekt im Kreis Göttingen vorstellte. Europaweit gebe es seit 1980 in der Agrarlandschaft einen Kollaps von Vogelarten, berichtete Gottschalk und plädierte dafür, die Blühstreifen im Winter komplett stehen zu lassen. Eine Abiturientin aus Moringen nutzte den Infoabend, um Landwirte im Rahmen ihrer Facharbeit über Blühstreifen für eine Umfrage zu ihrer Motivation zu gewinnen. Bei den Landwirten im Landkreis Göttingen gebe es eine hohe Bereitschaft, sich an Schutzmaßnahmen zu beteiligen, merkt Grothey an.

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