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Feldtag mit Annarosa

Neue Rübensorten Feldtag mit Annarosa

Neue Rübensorten und die anstehende Entscheidung der Europäischen Union zur Schädlingsbekämpfung bildeten zwei Themenpunkte beim 14. Feldtag der KWS auf dem Hof von Markus Gerhardy in Gieboldehausen.

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Rüben und die Vorzüge der einzelnen Sorten stellt Markus Gerhardy beim Feldtag auf seinem Hof vor.

Quelle: Franke

Gieboldehausen. Unterstützt wurde Gerhardy von Hans-Wilhelm Roth von der KWS Saat und Andreas Sonnenberg von Nordzucker. Bereits zum 14. Mal hat der Geiboldehäuser mehr als 20 Landwirte auf seinem Hof zum Feldtag begrüßt. Im Mittelpunkt der Feldbesichtigung, Vorträge und Diskussion stand die Zuckerrübe. „Der Feldtag hat bei uns im Rübenanbaugebiet Gieboldehausen mittlerweile schon eine gewisse Tradition“, sagte Gerhardy. Zum Einzugskreis zählen der Südharz und das Eichsfeld. Schön sei, dass vermehrt junge Landwirte teilnehmen würden. „Das zeigt, dass Rüben hier auf Interesse stoßen.“ Es sei gut, dass das Eichsfeld als Zuckerrübenregion weiterhin Bestand habe. Dabei habe es gerade in diesem Jahr einige kritische Momente gegeben. Ende März seien die Rüben ausgesät worden und hätten als ganz junge Pflanzen im April noch einmal Frost abbekommen. „Doch entgegen der Befürchtungen haben wir keine Ausfälle durch Herbizidmaßnahmen gehabt“, so Gerhardy. Und durch die Wärme im Mai hätten die Landwirte jetzt gute Rübenbestände stehen. Für den Fall, dass eine Zweitaussaat erforderlich würde, stellte Roth den Rübenmehrwertservice der KWS Saat vor. Dabei übernehme das Unternehmen 50 Prozent der Kosten, die das Saatgut hierfür verursache.

EU will Pillen ohne Schutz

Die Rübe habe in den vergangenen Jahrzehnten eine sehr starke Ertragsentwicklung genommen, berichtet Gerhardy. Dazu habe unter anderem ein gezielter Pflanzenschutz beigetragen. Doch hier könne es vielleicht bald eine einschneidende Veränderung geben, wie Roth erklärte. Die Landwirtschaft befürchte, dass die Europäische Union die hochwirksamen Beizen verbieten könnte. Sonnenberg vom Agricenter Schladen erläuterte, dass diese Insektizide mit nur wenigen Gramm einen Schädlingsbefall verhindern würden. „Solch eine Entscheidung würde einen starken Einbruch bei den Erträgen verursachen“, so Sonnenberg. Zurzeit könne durch die Beizen an der Rübenpille das großflächige Ausbringen von Insektiziden vermieden werden. „100 000 Pillen auf einem Hektar wiegen etwa drei Kilogramm“, rechnet Sonnenberg vor. Davon seien 60 Gramm Insektizide, die gezielt den Befall von zum Beispiel Drahtwürmern und Tausendfüßlern verhindern würden.

Annarosa und Evamaria

Ein zweiter wichtiger Faktor für einen guten Ertrag sei die Sorte, mit der der Landwirt das Ertragspotenzial schon auf das Feld bringe. Gerhardy stellte verschiedene Sorten vor, die entweder resistent gegen die Viruserkrankung Rizomania sind, oder aber multiresistent gegen die Rizomania und Fadenwürmer, die Nematoden. Im multiresistenten Bereich gebe es seit diesem Jahr zwei neue Sorten namens Annarosa und Evamaria, so Gerhardy. So sei die Evamaria die zuckergehaltsstärkere Sorte im nematodenresitenten Bereich. Dahingegen habe die Annarosa einen mittleren Zuckergehalt, sei aber blattgesund. Auf jeden Fall müsse der Landwirt die Auswahl der Saat auf seinen Boden abstimmen.

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