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Ein Stück näher bei Gott

Wallfahrt zum Höherberg Ein Stück näher bei Gott

Mehr als 2000 Gläubige haben am Sonntag eine Heilige Messe vor der Wallfahrtskapelle zu den Vierzehn Heiligen Nothelfern auf dem Höherberg gefeiert. Aus vielen Orten kamen frühmorgens die Katholiken zum ersten Tag der Großen Wallfahrt zusammen.

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Quelle: GM

Höherberg. „Hier spürt man die Strahlkraft Gottes“, sagte Matthias Kaminski. Der Pfarrer der katholischen St.-Laurentiusgemeinde, zu der die Kirchorte Bodensee, Gieboldehausen und Wollbrandshausen gehören, begrüßte nicht nur die Mitfeiernden. Er richtete sehr persönliche und bewegende Dankesworte an all jene, die ihm in gesundheitlich schweren Zeiten durch Worte, Gebete und Gesten Mut gemacht hatten. „Dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei Euch“, so Kaminski, „wir sind halt doch eine goße verschworene Familie.“ Die Wallfahrt stelle wieder ein Fest mit Gott dar. Gerade auf dem 242 Meter hohen Bergrücken des Höherberges sei Gott ein Stück näher.

Mit Kreuzwegprozessionen brachen die Wollbrandshäuser und Bodenseer auf, von der Gieboldehäuser Pfarrkirche startete noch etwas früher eine Fußwallfahrt zum Höherberg. Allerdings zählte die Freiwillige Feuerwehr auch weit mehr als 500 Autos, die auf abgeernteten Feldern und Wiesen rund um die Wallfahrtskapelle parkten.

Höherbergwallfahrt 2017

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Seit 1856 dient die Wallfahrtskapelle zur Erbauung der Gläubigen. „Im vergangenen Juni stürzte bei schwerem Sturm ein Baum auf die Kapelle“, erläuterte Werner Grobecker. Bis vor wenigen Tagen wurde daher der Altarbereich komplett und Teile des Dachs erneuert.

„Zum Glück ist das ein friedliches Gipfeltreffen“, begrüßte Pfarrer Martin Marahrens die Katholiken aus dem Eichsfeld. Für einige zugleich ein Wiedersehen mit Marahrens, der bis 2014 sechs Jahre lang als Dekanatsjugendseelsorger im Untereichsfeld und Leiter des Jugendzentrums Emmaus tätig war. Seitdem fungiert Marahrens als Regens des Hildesheimer Priesterseminars.

Der Theologe warb in seiner Predigt für einen Perspektivwechsel: „Das eröffnet neue Blicke und neue Wege.“ Zugleich stelle der Perspektivwechsel die „Herzmitte unseres christlichen Glaubens dar“, so Marahrens: Ohne Umdenken funktioniere das Osterfest nicht. „In Verzweiflungsmomenten, wenn eine Liebe zerbricht, ein geliebter Mensch stirbt“, so der Pfarrer, müsse man weiterdenken, mit Hoffnung auf eine neue Perskpektive schauen. „Wir sollten nicht immer nur Defizite suchen, sondern auch die Potenziale, die jeder Mensch in sich trägt.“

Nach Predigt und Eucharistiefeier verweilten noch viele Gläubige auf den Anhöhen rund um die Kapelle auf dem Höherberg, aßen gemeinsam Erbsensuppe und führten „Gespräche in Gemeinschaft“, zu denen sie Pfarrer Kaminski ermutigte.

Um 13 Uhr begann eine Bruderschaftsandacht. Am Montag setzt sich die Große Wallfahrt mit einer Kreuzwegprozession fort, die an der Kirche in Wollbrandshausen und am Ehrenmal in Bodensee ab 8 Uhr zum Höherberg führt. Um 9.30 Uhr beginnt dort eine Eucharistiefeier mit Gedächtnis für Verstorbene, die Predigt hält Domkapitular i.R. Wolfgang Damm.

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