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Nächtliches Rotlicht nur bei Flugverkehr

Windräder im Bereich Höherberg Nächtliches Rotlicht nur bei Flugverkehr

Ein Dutzend Windräder werden sich künftig im Bereich des Höherberges drehen. Die UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen) plant dort acht neue Windkraftanlagen und strebt dafür eine bedarfsgerechte Befeuerung an: Das Rotlicht soll nur blinken, wenn es Flugbewegungen bis zu 600 Meter Höhe gibt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Gieboldehausen. In der Regel beschränkt sich das auf Rettungshubschrauber. Um das für alle neuen Windräder verbindlich festzuschreiben, hat die Gruppe Freie Wähler/SPD/Grüne im Gieboldehäuser Gemeinderat einen zusätzlichen Bebauungsplan gefordert, der schon seit Monaten dem Landkreis Göttingen als Kommunalaufsicht zur Prüfung vorliegt.

Ein Markt entsteht

„Die Befeuerung ist ein wichtiges Thema - muss aber wirtschaftlich möglich sein“, sagt UKA-Projektleiter Oliver Niewald. Die neue Passivradar-Technik sei bis zum Herbst 2015 in Deutschland noch nicht zulässig gewesen, inzwischen entwickele sich ein Markt dafür, mit einem Hersteller würden vertiefende Gespräche geführt: „Wir wären dann Vorreiter in Niedersachsen.“

Niewald geht ebenso wie UKA-Sprecherin Julia Wölfer davon aus, dass das Steuerungssystem trotz Zusatzkosten in sechsstelliger Höhe realisiert werden kann. Auch weitere Windräder im Umkreis könnten eingebunden werden, die Betreiber sich einkaufen, sagt Wöhler.

Bürger sollen
beteiligt werden

Giebodehausen. Bislang hat die UKA die Zusage einer bedarfsgerechten Befeuerung für die neuen Windräder bei Gieboldehausen an den Verzicht auf eine Bürgerwindanlage gekoppelt. Jetzt hat sich der Wind gedreht: Aus dem Entweder-oder ist ein Sowohl-als-auch geworden. An einer der acht geplanten Anlagen im Bereich Höherberg sollen sich die Bürger beteiligen können.

Voraussetzung dafür ist, dass mindestens fünf Anlagen realisiert werden. „Die UKA-Bürgerwind Gieboldehausen GmbH & Co. KG ist bereits gegründet“, sagt Unternehmenssprecherin Julia Wölfer: „Sobald die Anlage steht, können Bürger ohne Investitions- und Realisierungsrisiko Kommanditistenanteile beantragen und zeichnen.“

Die Rendite schwankt mit der Windernte und hängt auch von der Entwicklung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ab. Über das Bürgerwindrad-Projekt soll es noch Informationsveranstaltungen geben. Nicht verkaufte Anteile bleiben bei der UKA. Die regionale Initiative für einen Bürgerwindpark hat bereits vor zwei Jahren die Segel gestrichen.

Mit Blick auf Transparenz und Akzeptanz hat die UKA jetzt die Online-Plattform windenergie-gieboldehausen.de eingerichtet und informiert dort ausführlich und kontinuierlich über ihre Windradpläne und Projektentwicklungen. ku

Rund 35 Millionen Euro will die UKA für die acht Vestas-Anlagen mit 200 Metern Gesamthöhe investieren. Die Anträge sind in drei Genehmigungsverfahren gebündelt, die unterschiedlich fortgeschritten sind. Niewald geht davon aus, dass alle Anlagen in den nächsten Monaten genehmigt werden und noch in diesem Jahr der erste Bauabschnitt angegangen werden kann. Um den Strom ins Netz einzuspeisen, will die UKA ein neues Kabel zum Umspannwerk Bilshausen legen.

Um die Grundstücke zu erschließen, soll ein Teilstück des Verbindungsweges Bodensee-Gieboldehausen verlegt werden. Mit privaten Grundeigentümern sind alle Verträge abgeschlossen, mit dem Flecken Gieboldehausen laufen noch Verhandlungen wegen Nutzung und Wegerecht. Die Standorte der Windräder verteilen sich auf die Gemarkungen Gieboldehausen, Bodensee, Wollbrandshausen und Bilshausen östlich und nordöstlich der Wallfahrtskapelle.

Halbes Dutzend Windräder geplant

Bislang noch keine Anträge hat die UKA für den Pinnekenberg südlich von Gieboldehausen gestellt. Dort plant die UKA gemeinsam mit dem Göttinger Projektentwickler EnerPlan, der Pachtverträge mit Landwirten abgeschlossen hat, ein halbes Dutzend Windräder.

400 Mitarbeiter an
sechs Standorten

Die Unternehmensgruppe UKA (Umweltgerechte Kraftanlagen) gehört zu den führenden deutschen Windparkentwicklern. Seit 1999 hat die UKA als Projektentwickler mehr als 250 Windenergieanlagen auf den Weg gebracht. Derzeit beschäftigt die Unternehmensgruppe rund 400 Mitarbeitern an den Standorten Meißen, Cottbus, Rostock, Erfurt, Oldenburg und Lohmen. ku

Noch laufen naturschutzfachliche Untersuchungen. Wolfram Döring (Freie Wähler GfG) weist auf Rotmilan-Brutplätze hin und bleibt auch skeptisch gegenüber Versprechungen zur Befeuerungsregelung: „Im Umkreis von Gieboldehausen entstehen sieben Windparks - und jeder blinkt anders.“ Bei den neuen Windrädern oberhalb der Mülldeponie bei Hattorf, die von Harz Energie mit Bürgergesellschaften betrieben werden und alte Anlagen ersetzen, war eine bedarfsgerechte Befeuerung noch nicht als Option im Genehmigungsverfahren enthalten. Dort brennt nachts durchgängig Rotlicht.

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