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Polizeistation soll abgespeckt werden

Samtgemeinderat Gieboldehausen Polizeistation soll abgespeckt werden

Auf fruchtbaren Boden im Rat der Samtgemeinde gefallen ist die Resolution von Bürgermeisterin Marlies Dornieden (CDU) zur Beibehaltung der Personal- und Leistungsstandards in der Polizeistation Gieboldehausen. Die fünf Vollzeitstellen dort sollen auf drei Stellen reduziert werden.

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Die Polizeistation in Gieboldehausen.

Quelle: Richter

Gieboldehausen. Einstimmig haben sich die Ratsmitglieder der Kritik an den Plänen der Polizeidirektion Göttingen angeschlossen. Polizeiinspektionsleiter Thomas Rath verteidigt die Stellenstreichung im Rahmen bevorstehender Pensionierungen als Teil einer Strukturreform mit Veränderungen zugunsten höher belasteter Dienststellen.

Anfang vom Ende

In Gieboldehausen würden Aufgabenvolumen und Fallzahlen nur drei Beamte rechtfertigen, die Station bleibe aber auf jeden Fall erhalten, versichert Rath. Die Veränderungen, die für den Einzelnen nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar sein mögen, dienten stets dem Ziel, landkreiswert mehr Streifenwagen auf die Straße zu bekommen.

Dornieden bleibt skeptisch, spricht von „schleichendem Rückbau“ und befürchtet „den Anfang vom Ende“ für die Polizeistation in der Obertorstraße. Die Aussage, dass die Strukturreform dem Ziel diene, mehr Streifenwagen auf die Straße zu bekommen, kommentiert sie ironisch: „Die sind dann zwischen Duderstadt und Gieboldehausen unterwegs.“

40 Prozent weniger Personal und Zeit, eine Schicht statt zwei Schichten wären ein erheblicher Einschnitt und eine weitere Schwächung des ländlichen Raums. Dornieden bangt um den Verlust des Sicherheitsempfindens unter den knapp 14 000 Einwohnern der Samtgemeinde, verweist auf die unfallträchtigen Bundesstraßen bei Gieboldehausen und reisende Einbrecherbanden.

Ein wenig unglücklich

Ein Dorn im Auge sind die „langen Anfahrtszeiten“ auch Reinhard Dierkes (SPD), der einen Fall in Bilshausen anführt, bei dem die Polizei „Wir schicken in einer halben Stunde einen Streifenwagen vorbei“ geantwortet haben soll. Dierkes stimmt der Resolution zwar zu, nennt die Bewertung der Arbeit anderer Behörden aber „ein wenig unglücklich“. Die Polizei als Empfänger der Resolution verstehe mehr von Sicherheit und habe ihre Gründe für die Veränderung.

Die geplante Ausdünnung der Polizeistation schmeckt auch Gemeindebrandmeister Claus Bode nicht, der längere Wartezeiten und mehr Aufwand für die Feuerwehr zu bedenken gibt. Bei vielen Einsätzen von der Ölspurbeseitigung bis zum Öffnen von Türen werde die Unterstützung der Polizei benötigt. „Anscheinend erstatten die Beamten in Gieboldehausen zu wenig Anzeigen“, merkt SPD-Ratsherr Rainer Lentes an: „Es wäre aber fatal, bei jedem ausgespuckten Kaugummi ein Verfahren einzuleiten.“

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