Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Proteste in Flüchtlingsunterkunft

Wollershäuser Flüchtlinge kritisieren abgeschiedene Lage Proteste in Flüchtlingsunterkunft

Während eines Willkommensfestes ist es in der Wollershäuser Flüchtlingsunterkunft am Freitag zu Protesten gekommen. Rund 40 Bewohner wollten auf die isolierte Lage und Missstände in dem abgelegenen Gebäude am ehemaligen Schloss aufmerksam machen.

Voriger Artikel
Einbruch in Einfamilienhaus in Bilshausen
Nächster Artikel
Spatenstich am Feuerwehrhaus

Unter anderem fordern die Flüchtlinge eine dezentrale Unterbringung

Quelle: MAH

Wollershausen. Die Busfahrkarte zu Supermarkt und Innenstadt zu teuer, wenig Kontakt zu Deutschen und die Enge einer Massenunterkunft - die Kritik der Bewohner reichte weit, als am Freitag eigentlich ein Willkommensfest gefeiert werden sollte. Das gab es auch, doch die zahlreiche Bewohner sind das Leben in der Schlossanlage offenbar leid: "Es ist wie ein Gefängnis hier", erklärte eine irakische Teenagerin - obwohl sie, wie viele andere, betonte, dass weder die Unterkunftsleitung noch die Mitarbeiter das Problem seien.

Tatsächlich verspricht das Führungspersonal der Unterkunft Verbesserungen, einige bisherige Kritikpunkte sollen demnächst behoben werden: Eine leistungsstarke Internetanbindung werde beispielsweise derzeit eingerichtet, erklärte Stephanie Fliege-Molder, die ein Integrationsprogramm in Wollershausen leitet. Zumindest für die rund 30 Kinder gebe es Sportmöglichkeiten, einen Spielplatz und demnächst auch einen Spielraum.

Aussagen, dass es zu wenige Bäder und Küchen gebe, dementierte sie hingegen. Und, geht es nach Unterkunftsleiter Peter Niebuer, sind auch die Erwartungshaltungen mancher Flüchtlinge ein Problem: "Offenbar wurde ihnen gesagt, wenn du in Deutschland bist, bekommst du ein Haus", berichtete er.

Auf anderer Ebene haben aber auch die beiden Verständnis für die Proteste: Zwar würden Flüchtlinge in Notfällen auch geshuttled, aber: "Wollershausen ist eben Wollershausen", sagte Fliege-Molder in Bezug auf die abgeschiedene Unterkunft.

Die Flüchtlingsunterkunft in Wollershausen In Wollershausen sind derzeit rund 120 Flüchtlinge im Nebengebäude der ehemaligen Schlossanlage untergebracht. Der Landkreis Göttingen hatte sich im Februar für den Kauf des Komplexes entschieden, dort soll für insgesamt 1,6 Millionen Euro eine dauerhafte Flüchtlingsunterkunft samt Integrationsprojekten entstehen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Vor 25 Jahren erhielt der Göttinger Wissenschaftler Erwin Neher den Nobelpreis