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Prothesen-Storch Fee ist tot

Rüdershausen Prothesen-Storch Fee ist tot

Prothesen-Storch Fee ist tot. „Wir mussten sie einschläfern“, sagt Karl-Friedrich Schöttelndreier, der Fee seit 5. August 2016 in seiner Station in Rüdershausen in Pflege hatte. Der Storch hatte an seinem gesunden Fuß eine chronische Ballenentzündung bekommen. „Wir konnten das Tier nicht länger leiden lassen“, so Schöttelndreier.

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Störchin Fee mit Prothese

Quelle: Christina Hinzmann

Rüdershausen. Fee hatte durch die Versorgung mit einer Prothese überregionale Bekanntheit erlangt. Ihr Ziehvater Karl-Friedrich Schöttelndreier hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit die Störchin eine Chance zum Weiterleben erhielt. Eine Wanderin hatte sie verletzt aufgefunden und den Rüdershäuser, der eine Greif- und Eulenstation betreibt, informiert.

Das Bein der Störchin habe bei ihrer Entdeckung nur noch an einem Faden gehangen, hatte die Spaziergängerin erklärt. Schöttelndreier nahm das Tier auf und trennte die letzte Verbindung des Unterschenkels durch. „Der Fuß war bereits total schwarz“, erklärte er damals. Der Vogel stützte sich danach auf seinem Stumpf ab. Schöttelndreier nahm das abgemagerte Tier in seiner Station auf.

Fee wog nur 2111 Gramm

„Ihr Gewicht betrug nur noch 2111 Gramm“, erklärte er. Mit Wasser und Elektrolyten sowie später Mäusen und zerkleinerten Eintagsküken versorgte Schöttelndreier den abgemagerten Vogel, um ihn wieder zu Kräften zu bringen. Die medizinische Versorgung übernahm die Duderstädter Tierärztin Brigitte Sindermann. „Das wäre ohne die Hilfe von zahlreichen Spendern nicht möglich gewesen“, bedankt sich der Rüdershäuser.

Als die Firma Otto Bock den Orthopädietechniker Mathias Menzel gemeinsam mit den beiden Auszubildenden Robert Pankratz und Leon Fiolka Maß schickte, eine Kugelprothese für Fee anzufertigen, hatte die Störchin wieder eine Zukunftsperspektive. Sie bekam eine Prothese mit einem Kugelfuß. „Dadurch kann sie gut stehen und bleibt beim Laufen nicht so leicht hängen“, hatte Schöttelndreier die Vorteile erläutert.

Neues Zuhause

Die Störchin entwickelte sich gut und brachte kurz vor ihrem Tod etwa fünf Kilogramm auf die Waage, wie Schöttelndreier mitteilte. “Es war geplant, Fee in einer Artenschutz- und Betreuungsstation in Osnabrück unterzubringen“, berichtete Schöttelndreier von den Plänen für die Zukunft. Dort sollte eine neues großes Gehege gebaut werden, wo auch Platz für den gehandicapten Storch gewesen wäre. „Ich habe eigentlich jeden Tag auf den Anruf aus Osnabrück gewartet, dass wir sie vorbeibringen dürfen“, erklärt der Rüdershäuser.

Chronische Ballenentzündung

„Noch vor einer Woche war sie gesund“, sagte Schöttelndreier kurz nach dem Tod der Störchin. Doch dann hatte sie eine chronische Ballenentzündung bekommen. „Das wird auch Bumble foot genannt“, sagt Schöttelndreier. Die Entzündung sei entstanden, weil die von den fünf Kilogramm verursachte Hauptbelastung auf dem gesunden Bein gelegen habe. Das andere Bein mit der Prothese sei in einem guten Zustand gewesen. Doch das eigentlich gesunde Bein sei durch die Entzündung stark angeschwollen. Als die Tierärztin nachschaute quoll Eiter aus der Verdickung. „Es hat auch sehr unangenehm gerochen“, berichtete Schöttelndreier. Und so wurde die Entscheidung getroffen, Fee ein längeres Leiden zu ersparen. Etwa um 15.30 Uhr am Montagnachmittag erlöste die Tierärztin das Tier, das schon als Jungvogel stark gelitten hatte.

Von Rüdiger Franke

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