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Regionalbeauftragter rügt ruppigen Rückschnitt

Gieboldehausen Regionalbeauftragter rügt ruppigen Rückschnitt

Die vegetationslose Zeit ist die Zeit des Schnippelns und Schneidens in der freien Natur. Die ruppige Art, in der der Winterschnitt in vielen Fällen ausgeführt wird, ist dem Naturschutzbeauftragten Franz-Josef Lange aus Rüdershausen ein Dorn im Auge.

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Zerfetzte Hecke in der Gemarkung Rhumspringe: Bilder wie diese sind Naturschützern ein Dorn im Auge.

Quelle: Lange

Gieboldehausen. Laut Bundesnaturschutzgesetz dürfen Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September weder abgeschnitten noch auf den Stock gesetzt, also massiv zurückgeschnitten werden. Baum- und Strauchrückschnitteschnitte sind - von schonenden Pflegemaßnahmen abgesehen - nur außerhalb der Brut- und Setzzeiten erlaubt. Das ist noch bis Ende Februar der Fall. Als Regionalbeauftragter des Landkreises für Landschafts- und Naturschutzschutz in der Samtgemeinde Gieboldehausen ärgert sich Lange immer wieder darüber, wie unsachgemäß der Rückschnitt ausgeführt wird.

Auch in diesem Jahr seien in mehreren Gemeinden wieder Hecken mit dem Mulcher zerfleddert worden. Aus Kostengründen oder weil es immer so war und diese Praxis in vielen Gemeinden weiter besteht, würden immer noch sogenannte Böschungsmulcher eingesetzt. Durch die von ihnen verursachten Zerfransungen und Aufspaltungen am Heckenschnitt würden die Gehölze durch eindringende Pilze und Bakterien in ihrer Entwicklung dauerhaft geschädigt, beklagt Lange: „Es blutet einem das Herz, wenn man sieht, wie mit der lebendigen Natur umgegangen wird. Dabei müsste allen Betroffenen klar sein, dass diese Vorgehensweise nicht schonend oder behutsam ist, sondern in höchstem Maße grob und zerstörend.“ Die unsachgemäß behandelten Hecken müssten alle noch einmal nachgearbeitet werden, um einen glatten Schnitt zu erhalten.

Lange weist darauf hin, dass es schon lange Alternativen gibt. So werde an Straßen das sogenannte Lichtraumprofil durch ene Ausleger-Astschere freigeschnitten, bei der die langsam laufenden Scherenblätter einen sauberen Schnitt gewährleisten würden. Die dadurch entstehenden Mehrkosten seien vernachlässigbar, meint Lange und hofft, dass zerfledderte Hecken bald der Vergangenheit angehören.

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