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Post-Irritationen in der Pampa

Sendungen an Aussiedlerhof kommen nicht immer an Post-Irritationen in der Pampa

Verwaltungsgrenzen, Zustellbezirke und Aussiedlerhöfe sind nicht immer leicht unter einen Hut zu bekommen. Ein Liedchen davon singen kann Daniel Eckermann. Der Landwirt im Außenbereich hat seit Jahrzehnten sporadisch Probleme mit der Postzustellung - zuletzt vor der Kommunalwahl.

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Eckermanns Aussiedlerhof im Ellertal mit Rhumspringer Telefon-Vorwahl liegt einen Kilometer von Rhumspringe entfernt.

Quelle: Niklas Richter

Rhumspringe. Eckermanns Aussiedlerhof im Ellertal mit Rhumspringer Telefon-Vorwahl liegt sieben Kilometer vom zur Stadt Herzberg gehörenden Ortsteil Pöhlde und einen Kilometer von Rhumspringe entfernt. Als offizielle Adresse hat der 52-Jährige 37412 Herzberg, ist aber wegen Post-Irrläufern dazu übergegangen, für Privat- und Geschäftspost 37434 Rhumspringe anzugeben. Den Zustellern seien die besonderen Umstände bekannt, sagt Eckermann.

Bei Urlaubsvertretungen oder wechselnden Mitarbeitern komme es aber immer wieder zu Missverständnissen. Für Post, die an die Herzberger Adresse geht, sollte er schon Zuschlag zahlen, selbst die Gemeinde Rhumspringe schreibe an diese Adresse. Eckermanns Wahlbenachrichtigung ging an die Stadt Herzberg zurück. Dort habe man einen Verstoß gegen das Meldegesetz gemutmaßt und ihm eine Strafe angedroht. Der Landwirt nimmt es mit Humor, spricht aber von „wieherndem Amtsschimmel“ und einem „Schildbürgerstreich“: „Wir wohnen zwar in der Pampa, aber schließlich nicht in Timbuktu.“

Nicht nur bei der Deutschen Post, auch bei anderen Zustelldiensten gebe es bisweilen Probleme, die Adresse zu finden, sagt Eckermann: „Die bringen aber keine amtliche Post.“ Das ist auch der springende Punkt. Die Wahlbenachrichtigung an die Herzberger Adresse sei mit dem Vermerk „Empfänger unter der angegebenen Adresse nicht zu ermitteln“ zurückgekommen, bestätigt Michael Nienstedt. Deshalb habe das Bürgerbüro um Mitteilung geben, ob Eckermann verzogen sei, sagt der Fachbereichsleiter der Stadt Herzberg. Dieses Schreiben müsse dann angekommen sein, da Eckermann dem Büro bestätigt habe, dass die Anschrift stimmt. „Damit ist der Vorgang für uns abgeschlossen“, sagt Nienstedt: „Die Amtspost geht weiter an die politisch korrekte Herzberger Adresse.“

Als einen „seltenen Grenzfall“ bezeichnet Post-Sprecher Jens-Uwe Hogarth die Situation im Spannungsfeld zwischen verwaltungspolitischer und postalischer Adresse ohne direkte Anbindung an eine Ortschaft. Hogarth empfiehlt Eckermann, die Rhumspringer Adresse anzugegeben. Postsendungen würden dann automatisch über den Zustellstützpunkt Gieboldehausen laufen. Die Amtspost wird allerdings ein Sonderfall bleiben und weiter davon abhängen, welcher Zusteller Dienst hat und den Ellerhof auch unter der Herzberger Anschrift findet.

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