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Eschen müssen fallen

Rhumspringe Eschen müssen fallen

Sägegeräusche und das Brummen einer Rückemaschine statt Ruhe und ungestörtes Naturerlebnis: Die Mitarbeiter einer Fachfirma haben am Donnerstag damit begonnen, Eschen im Umfeld der Rhumequelle zu fällen. 50 bis 70 kranke Bäume sollen bis voraussichtlich Montagabend entfernt werden

Mit einer Rückemaschine werden die gefällten Baumstämme aus dem Weg geräumt.

Quelle: Arne Bänsch

Rhumspringe. Die Bäume sind vom Eschentriebsterben betroffen. Verantwortlich dafür ist ein kleiner Pilz: das „Falsche Weiße Stengelbecherchen“. Einem Mitarbeiter der Gemeinde war bei einer routinemäßigen Baumkontrolle aufgefallen, dass in einigen Bäumen trockene, offensichtlich absterbende Äste hingen. Franz Jacobi, Bürgermeister der Gemeinde Rhumspringe (CDU), hatte daraufhin Kontakt zu Andreas Rademacher vom Fachdienst Umwelt des Landkreis Göttingen aufgenommen. Bei einem Vor-Ort-Termin bemerkte der Fachmann sichere Indizien, die auf das Eschentriebsterben hindeuteten. Da die Gefahr bestehe, dass Teile von Kronen abfallen, beauftragte die Gemeinde Rhumspringe daraufhin eine Fachfirma mit dem Fällen der betroffenen Bäume.

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Mitarbeiter einer Fachfirma fällen kranke Eschen an der Rhumequelle.

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In der ersten Runde beseitigen deren Mitarbeiter die Bäume, die ein Forstbeamter im Auftrag der Gemeinde mit roten Kreisen markiert hat. Im zweiten Durchgang sollen weitere Eschen folgen, die erkennbar vom Pilz geschädigt sind.

Bei den bereits gefällten Bäumen werde das fortgeschrittene Krankheitsbild durch einen dunklen Kreis in der Stammmitte sichtbar, außerdem tragen sie keinen Laub. „Der Kern verfault und ist mehlig“, erläutert Jacobi. „Irgendwann würden sie umfallen.“ Der Bürgermeister erinnert daran, dass die Gemeinde Rhumspringe aufgrund einer Ende der 1990er-Jahre mit der früheren Harzer Papierfabrik geschlossen Vereinbarung „verkehrssicherungspflichtig“ sei. „Wir müssen aufpassen, dass niemand zu Schaden kommt“, betont Jacobi.

„Es ist gut, dass man nicht zu lange gewartet hat“, sagt Andre Öhne, Mitarbeiter der aus Osterode-Lasfelde stammenden Firma Carsten Henkel, die mit den Arbeiten an der Rhumequelle beauftragt wurde. Eine unmittelbare Gefahr für Passanten habe nach seinem Eindruck auf den Wegen an der Rhumequelle bislang nicht bestanden.

Mit einer Holzrückemaschine zieht Öhne die zuvor von seinem Kollegen Nico Riesen mit der Säge abgeschnittenen Bäume per Greifer aus dem Gehölz heraus. Auf komplett tote Bäume seien er und Riesen bislang noch nicht gestoßen. „In anderen Bereichen kommt man mit dem Kran mal gegen und dann fallen schon ganze Teile von der Krone“, berichtet Öhne.

Das Landschaftsbild an der Rhume werde nach dem Fällen „lichter“. „Die anderen Bäume werden es schnell wieder verschließen“, vermutet Öhne. Außerdem würden durch das auf den Boden fallende Licht neue Bäume und Gewächse nachwachsen.

Ärgerlich sei, dass trotz der Absperrungen wegen der Fällarbeiten „immer wieder Leute in den Bereich hineinlaufen“. Manchen Passanten scheine es offenbar egal zu sein, dass sie sich durch das Missachten der Verbotsschilder in große Gefahr begeben.

Optische Veränderungen werde es nicht nur durch das Fällen der Bäume geben. So soll die seit zwei Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrte und 1998 maßgeblich mit Mitteln der Heinz Sielmann Stiftung errichtete Aussichtsplattform auf der Nordseite der Rhumequelle sowie Stege und Geländer erneuert werden. Derzeit würden Angebote eingeholt. Die Arbeiten sollen nach Jacobis Angaben „wenn es irgendwie geht, in diesem Winterhalbjahr noch erledigt werden“. Grund: „Flora und Fauna wird in dieser Zeit am wenigsten gestört.“ Außerdem seien die Folgen für den Tourismus am geringsten.

Von Axel Artmann

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