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Rübenanbauer hoffen auf freie Mengen

KWS-Feldtag Rübenanbauer hoffen auf freie Mengen

Der Zuckermarkt ist im Umbruch, die Rübenanbauer in der Hochertragsregion Eichsfeld sind ernüchtert und bangen um das bislang verlässliche Geschäftsmodell. Auch nach Beginn der Bewerbungsphase für die Lieferverträge 2017 mit der Nordzucker-AG sind viele Landwirte verunsichert.

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Auf dem Rübenacker: Gerhardy stellt neue Sorten vor.

Quelle: Mahnkopf

Gieboldehausen. „Wann weiß ich, wieviel Fläche ich anbauen kann?“ Diese Frage brannte beim Feldtag des Pflanzenzüchtungs- und Biotechnologie-Unternehmens KWS (Kleinwanzlebener Saatzucht) auf dem Hof von Markus Gerhardy in Gieboldehausen nicht nur Kreislandwirt Hubert Kellner unter den Nägeln. Beantwortet werden kann sie erst nach Ende der Bewerbungsfrist ab Mitte Juni. Andreas Sonnenberg von der Nordzucker-AG appellierte an die Landwirte, sich auf freie Mengen zu bewerben. Dadurch können auch Rübenanbauer zum Zuge kommen, die keine Aktionäre sind. Die bisherigen Lieferrechte mit Quoten und Garantiepreisen werden ersetzt durch Modelle mit einem festen und einem variablen Preis, der sich an Verkaufs- und Exporterlösen orient, freie Mengen werden vorerst nur für ein Jahr vergeben.

„Wir haben jetzt Preise, über die wir diskutieren können“, sagte Dirk Wollenweber, Geschäftsführer des Zuckerrüben-Anbauerverbandes Südniedersachsen: „Bis zur möglichen Überzeichnung kann jeder seine Wunschmenge bekommen.“ Nach einem Verhandlungsmarathon über das hochemotionale Thema sei ein Kompromiss gefunden worden. Mit Übernahme der Transportkosten wurde ein kritischer Punkt ausgeräumt, Strafzahlungen drohen nur, wenn gezielt zu wenig angebaut wird, nicht bei äußeren Einflüssen.

Das Saisonmotto „Mach Platz für die Rübe“ hat für viele Landwirte dennoch einen bitteren Beigeschmack. Die Vergabe der freien Menge im Windhundverfahren und ihre Beschränkung auf ein Jahr wurden moniert, Zweifel an den Vertragsmengen geäußert.

Hans-Wilhelm Roth von der KWS, der selbst Rüben anbaut, ist optimistisch, dass die Region bei der freien Menge ausreichend berücksichtigt werden kann: „Die Zuckerindustrie hat größtes Interesse, die Werke auszulasten.“

Beim Feldtag ging es aber auch um die Rübe selbst und nicht nur um ihre Vermarktung. Gerhardy stellte neu zugelassene robuste Sorten wie Fiorella und Breeda vor, berichtete von Problemen mit Schnecken und Schwarzwild, sprach über Zuckerertrag, Fadenwürmer und Rizomania-Virus. Roth sprach von einer Erfolgsgeschichte der Rübe: Trotz erheblichen Rückgangs der Anbaufläche sei der Zuckerertrag wegen Produktivität des Saatgutes, Züchtung und Anbautechnik stabil geblieben.

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