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Streit um Oberstufe für Gesamtschule

Samtgemeinderat für KGS-Erweiterung Streit um Oberstufe für Gesamtschule

Weiter für Wirbel sorgt die Diskussion um Einrichtung einer Oberstufe an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Gieboldehausen. Die SPD-Fraktion im Osteroder Kreistag hat der CDU im Landkreis Göttingen vorgeworfen, „Schülerklau“ betreiben zu wollen.

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Außenansicht der Kooperativen Gesamtschule Gieboldehausen (KGS).

Quelle: Niklas Richter

Gieboldehausen. Die Kreis-CDU ist allerdings der falsche Adressat. Der Vorstoß für die Oberstufe beschränkt sich bislang auf die CDU-Fraktion im Flecken- und im Samtgemeinderat Gieboldehausen. Nach dem Schulausschuss hat auch der Samtgemeinderat den CDU-Antrag gebilligt - mit Zustimmung der Freien Wähler und bei einer Enthaltung gegen die Stimmen der SPD. Der Kreis als Schulträger solle die Perspektive der Schüler bedenken, die in Gieboldehausen ihr Abitur ablegen könnten, sagte Annegret Lange (CDU) und trat der Kritik aus dem Harz entgegen. Die hat sich vorrangig an der geplanten Elternbefragung im Raum Hattorf und Herzberg entzündet. Eine gute Schule werbe für sich selbst, der Elternwille spiele eine gewichtige Rolle, meinte Lange.

Gieboldehausen habe eine gute Infrastruktur, ein erweitertes Schulangebot könne der Sogwirkung der Städte Duderstadt und Göttingen entgegenwirken, durch den Schülertransport auch die Busverbindungen im neuen Großkreis verbessert werden. Zurzeit würden 125 Fünftklässler aus 17 Ortschaften einschließlich Duderstadt und Göttingen die KGS besuchen. Zu den 39 Neuntklässlern und 28 Zehntklässlern im gymnasialen Zweig könnten bei Einführung der Oberstufe 20 weitere aus dem Realschulzweig hinzukommen. Bei dann besserer Planungsmöglichkeit würden sich die Schülerzahlen stabilisieren, eine dreizügige Oberstufe sei möglich.

Diese Größe hält Reinhard Dierkes (SPD) nicht für erstrebenswert. Bis 2020 seien ein massiver Schülerrückgang prognostiziert, der eine weitere Oberstufe im Altkreis Duderstadt vorerst nicht zulasse, gibt er zu bedenken, die weitere Entwicklung bleibe abzuwarten. „Im Kern sind wir uns im Samtgemeinderat alle einig und wollen eine KGS-Oberstufe, fraglich sind der Zeitpunkt und das strategische Vorgehen“, sagte Dierkes. Die CDU-Resolution sei unglücklich, eine Elternbefragung im Raum Hattorf nicht zielführend, der Kreis Osterode verweise auf das auskömmliche Schulangebot dort.

„Wir sollten bei allen Differenzen die Gemeinsamkeit herausstellen“, meinte Hubert Hackenforth (FW) und unterstützte die CDU-Resolution, die er als Prüfantrag betrachtet. Durch die Kreisfusion würden Grenzen auch für die Schülerströme aufgehoben - und das gelte in beide Richtungen.

Kreiselternrat Osterode reagiert gelassen auf Vorstoß

Als eine Bereicherung der Schullandschaft im künftigen Landkreis betrachtet der Kreiselternrat Osterode die Einführung einer gymnasialen Oberstufe an der KGS Gieboldehausen. Einer Elternbefragung in Hattorf und Herzberg sehe man mit Gelassenheit entgegen, heißt es in einer Stellungnahme des Gremiums. Vom „Schülerklau“ an der Oberschule Hattorf könne keine Rede sein, sagt Elternratsvorsitzender Thomas Kügler. Das zusätzliche Angebot würde sich an Gymnasiasten richten, die die Oberschule gar nicht besuchen würden. Die Gieboldehäuser Resolution sei ein Vorschlag, über den es sich zu reden lohne. Gieboldehausen liege ab November in der Mitte des neuen Kreises und könne damit eine zentrale Stellung einnehmen.

„Wer jetzt von Schülerklau redet, setzt sich dem Verdacht aus, auch nach dem 1. November in alten Grenzen zu denken“, meint Kügler. Angesicht der demografischen Herausforderung sei Kooperation gefragt, die Schließung von Grundschulen hinterlasse schwerere Schäden in der Schullandschaft als ein zusätzliches Angebot. Diskussionen über den Zuschnitt von Schulbezirken könne man führen, wenn die Ergebnisse der Elternbefragung vorliegen. Schulbezirke sollten sich an Lebensrealitäten orientieren. Schon jetzt pendelten viele Schüler aus dem Kreis Osterode zum Beispiel im Rahmen der beruflichen Bildung nach Göttingen. Im Gegenzug könnte man auch über die Öffnung der Schulen in Hattorf und Herzberg für Schüler aus dem Kreis Göttingen sprechen.

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