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Zylinder, Juxscheiben und Tanzabende

Schützenfest Zylinder, Juxscheiben und Tanzabende

Das Schützenwesen genießt einen hohen Stellenwert in Niedersachsen – vom Emsland bis zum Eichsfeld. Mit den ersten Traditionsfesten an den Pfingsttagen hat die Schützenfestsaison begonnen. Gefeiert wurde in Rhumspringe, Westerode und Brochthausen, in Gieboldehausen schoss die Schützenbruderschaft St. Sebastian am Sonntag ihre Könige aus.

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Quelle: Mahnkopf

Rhumspringe. Jeder Ort hat seine eigenen Bräuche und Besonderheiten. In Rhumspringe ist man besonders traditionsbewusst und folgt einer strengen Etikette. Beim Umzug treten alle verheirateten Männer mit schwarzem Anzug und Zylinder an, Kommandos ertönen, Fahnen werden geschwenkt, Vereinsabordnungen reihen sich ein, die Junggesellen bilden einen eigenen Block. Da sich am Königsschießen nur Umzugsteilnehmer beteiligen dürfen, wird eine Anwesenheitsliste geführt. Begleitet wurde der Umzug am Sonntag vom Scharzfelder Spielmannszug, der Renshäuser Blasmusik und dem touristischen Aushängeschild des Ortes: Nixe Lena Moneke samt Elfengefolge.

Bei Regenschauern statt Kaiserwetter wurden vor dem Umzugsstart Kaiserin Lara Jacobi und Kaiser Martin Schmiedekind proklamiert. Diese Tradition ist noch jung. Das Kaiserschießen wurde erst zum 500. Schützenfest vor 20 Jahren eingeführt. Nur alle zehn Jahre wird unter allen ehemaligen Königen eine Kaiserin und ein Kaiser ausgeschossen. In Rhumspringe hat das Schützenfest Volksfestcharakter, wird zwar vom Schützenverein, Helfern und Sponsoren unterstützt, ausgerichtet aber von der Schützenhauptmannschaft der Realgemeinde. Beim Kinderumzug mit geschmückten Fahrrädern und Stöcken kamen die Jüngsten auf ihre Kosten, im Schützenhaus hatten die Jugendlichen und Erwachsenen ihren Spaß bei Tanzabenden mit der Band Timeless. Zur Stimmung trug auch der kleine Vergnügungspark am Schützenhaus mit Kinderkarussell und „Air Race“-Fahrgeschäft bei.

 
Auf Gartenzelt Hüpfburg und Imbissbude beschränkte sich das Beiwerk im festlich geschmückten Westerode. Dort ist jeder vierte Einwohner Mitglied im Schützenverein, seit 2013 Diana Schwedhelm die erste weibliche Vorsitzende der Vereinsgeschichte. In Westerode werden zehn Titel ausgeschossen, auch Kinder unter zwölf Jahren können mit dem Lichtpunktgewehr Treffsicherheit beweisen. Beim Vergleichsschießen der Vereine auf eine Juxscheibe mit gefleckter Kuh mischen auch freie Gruppen wie die „Die Martins“ oder der Ferrari-Fanclub mit, nur der „Krombacher-Club“ hat sich aufgelöst.

 
Kitt für die Dorfgemeinschaft und ein geselliger Höhepunkt des Jahres ist das Schützenfest auch im Duderstädter Bergdorf Brochthausen. Alle Generationen trafen sich im Schützenhaus am Panzerweg, beim Königsball im Landgasthaus Zur Endstation spielte die Band Tanzbar. Mit Schützenhauptmann Lothar Wedler freute sich Ortsbürgermeister Lothar Koch (CDU) über den guten Besuch des Traditionsfestes.

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