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Stadionrock nach Elfmeterkrimi

Krebecker Open Air Stadionrock nach Elfmeterkrimi

Nach dem Elfmeterkrimi hat es kein Halten mehr gegeben. Der Decibelpegel beim Public Viewing im Krebecker Bürgerhaus wurde nur noch von der Band Swagger auf dem angrenzenden Sportplatz überboten. Bis tief in die Nacht hinein feierten Fußball- und Musikfans dort eine ausgelassene Party.

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Public Viewing in Krebeck

Quelle: Niklas Richter

Krebeck. Live-Musik auf dem Sportplatz, Public Viewing im Bürgerhaus. Kann das gutgehen? Ja, kann es. Beim Open Air am Sonnabend in Krebeck hat das EM Viertelfinalspiel Deutschland-Italien der Musik nur zeitweise die Schau gestohlen. Das Timing der Sets wurde auf das Spiel abgestimmt, die Versorgungsstände mit Fernsehgeräten gespickt. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert organisiert das KSC-Team am ersten Juniwochenende ein Open Air, seit elf Jahren hat der Stimmungsgarant Swagger einen festen Platz auf der Buchungsliste. Erst seit einigen Jahren wird ein moderates Eintrittsgeld erhoben - schon wegen der Kosten für Security, Bühne, Zelt und Versicherung.

Wechselbad der Gefühle beim Public Viewing

„Viel Arbeit, aber auch viel Spaß“, kommentiert Adolf Knöchelmann den hohen Aufwand für das Open Air. Sein Sohn André trägt als Glücksbringer ein Plektrum um den Hals, das ihm Swagger-Gitarrist Martin Jahn geschenkt hat. „In Krebeck ist immer geile Stimmung“, sagt der 13-jährige Musik- und Fußballfan und tippt vor dem Spiel auf einen deutschen Sieg nach Verlängerung. Bevor es soweit war, durchlebte er mit mehreren Hundert Zuschauern ein Wechselbad der Gefühle.

Eine undankbare Aufgabe kam Swaggers Juniorpartner Unknown Outside zu. Beim Auftritt der Band aus dem Südeichsfeld vor dem Anpfiff herrschte noch gähnende Leere auf dem Platz, nur nach und nach fanden sich die ersten Gäste ein. Wie Lindenberg, für den die vier 17- bis 22-Jährigen ein Faible haben, machten sie aber „ihr Ding“ - unprätentiös und mit eher ruhigen Coversongs sowie einem Medley aus Pop- und Rockklassikern, aber auch mit eigenen Kompositionen. Vor dem Fußballspiel stimmte Sänger Marc Siegmund Max Giesingers EM-Song an: „Es wird nicht leicht, aber Ihr schafft das. Hinter Euch stehen 80 Millionen.“

Stadionrock nach Elfmeterkrimi

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Feuershow nach Fußballspiel

„Grazie, Grazie“, begrüsste Swagger-Frontmann Andreas Thews in der Halbzeitpause die bis dato rund 700 Zuschauer, fügte aber gleich ein „Entschuldigung“ hinzu, bevor die routinierte Band, die seit 20 Jahren ein bemerkenswertes Auftrittspensum absolviert, druckvoll loslegte. Zum Tanzen fehlte da noch die Motivation. Das änderte sich aber nach Mitternacht, als Swagger das nächste Set mit Rammstein und einer Feuershow einläuteten und weitere Fans auf den Platz strömten. Zu Stadionrock und Chart-Hits brach sich die Erleichtung über den Halbfinaleinzug in dem Ort Bahn, der für sich in Anspruch nimmt, geographischer Mittelpunkt Deutschlands zu sein.

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