Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Neues Bein für Fee

Storch bekommt Prothese von Ottobock Neues Bein für Fee

An den Wänden der Scheune der Nabu Greif- und Eulenstation hängen Trophäen wie Haigebisse oder eine ausgestopfte Vogelspinne. Und mittendrin: Störchin Fee, die verängstigt von Menschen und Kameras um sie herum wirkt, die darauf warten, dass sie den ersten Schritt macht - mit ihrer von Ottobock angefertigten Prothese.

Voriger Artikel
Wappen aus der Versenkung geholt
Nächster Artikel
Mettwurstpokal bringt Spende fürs Elternhaus

Storch Fee mit seinem neuen Bein-Ersatz

Quelle: Hinzmann

Rüderhausen. Gefunden hatte Friedrich-Karl Schöttelndreier, Leiter der Station, den Jungstorch Anfang August. „Da hing der untere Teil des Beines nur noch an einem Faden“, erzählt er, das Stück habe er abgetrennt. Seitdem habe er das Tier gemeinsam mit der Duderstädter Tierärztin Brigitte Sindermann aufgepäppelt und die Wunde behandelt. „Am Stumpf ist noch eine kleine Kruste“, sagt Sindermann, erst durch Belastung könne sich dort Horn bilden. Das soll nun mit der Prothese mit Kugelfuß ermöglicht werden, die die Ottobock-Auszubildenden Robert Pankratz und Leon Fiolka als Projekt gemeinsam mit Orthopädietechniker Mathias Menzel erstellt haben.

Bevor die Störchin ihre ersten Schritte wagen kann, muss die Prothese aus Silikon und Carbon angebracht werden - was mehr Schwierigkeiten bereitet als erwartet. Erst passt sie nicht um das Pflaster, das Sindermann zum Schutz um den Stumpf gewickelt hat. Nachdem das wieder entfernt wurde, bohrt sie sich in die neu gebildeten Schuppen über dem Stumpf. Doch schlussendlich klappt es, und Schöttelndreier trägt den Storch für erste Laufversuche in die Scheune.

„An der Luft würde sie sonst wegfliegen“, erklärt Sindermann. In der freien Wildbahn hätte Fee keine Chance - auch nicht mit Ersatzbein. „Die Prothese muss alle zehn bis 14 Tage kontrolliert werden“, erklärt Schöttelndreier.

Auf Flugversuche verzichtet die Störchin aber in der Scheune. Und auch auf das Gehen zuerst. Eingeschüchtert steht Fee auf ihrem gesunden Bein, die Prothese hält sie angewinkelt nach oben. Erst als Schöttelndreier hinter ihr hergeht, wagt sie ein paar Schritte. „Sie traut sich noch nicht, das Bein richtig zu belasten“, sagt Sindermann. Kein Wunder - auch Menschen müssen sich an Prothesen gewöhnen. „Menschen müssen zur Physiotherapie und neu laufen lernen“, erklärt Menzel, die Störchin müsse das intuitiv lernen. Einige Male müssen die Ottobock-Mitarbeiter die Prothese kürzen, bis sie der Länge des gesunden Beins entspricht.

Und was passiert, wenn sie sich an die Prothese gewöhnt hat? „Wir suchen eine Storchenauffangstation, in der sie regelmäßig kontrolliert wird“, erklärt Schöttelndreier. Die Voliere, in der sie zurzeit lebt, sei keine dauerhafte Lösung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Thema des Tages: Steinträume aus der Toskana