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Tote Altarme werden wieder mit dem Fluss verbunden

Rhumelauf bei Bilshausen Tote Altarme werden wieder mit dem Fluss verbunden

Die Nixe Rhuma bekommt wieder mehr Platz, um sich in ihrem Bett wälzen zu können. Zwischen Gieboldehausen und Bilshausen wird die  Rhume um mehr als einen Kilometer verlängert. Der Baustart hat sich verzögert. Am Mittwoch, 14. Juni, sollen jetzt aber die Bagger anrücken.

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Soll wieder von Rhumewasser durchflossen werden: vermodderter Seitenarm bei Bilshausen.

Quelle: Richter

Bilshausen. Vom Reichsarbeitsdienst ist die Rhume oberhalb Bilshausens in den 1930er-Jahren begradigt worden. Das will der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) im Rahmen des Machbaren revidieren. Künftig soll die Rhume wieder etwas gemächlicher durch ihre Aue mäandrieren können. Als Stehgewässer vermoddert, aber auch nach 80 Jahren noch vorhanden sind zwei Altarme nördlich und südlich des Flußlaufes. Die bei den Anglern als Baronscher Teich und Schleienteich bekannten Seitenarme sollen zumindest ansatzweise wieder von frischem Flusswasser durchlaufen werden. Dafür sind nach Angaben von Projektleiter Torsten Knochlauch rund 10 000 Kubikmeter Bodenaushub nötig.

Aue wird einbezogen

Die Arbeiten werden von der Spezialfirma Mittelweser-Tiefbau ausgeführt, die schon die Sohlgleite am Wehr in Lindau angelegt hat. Das alte Stauwehr war unpassierbar für Fische und wirbellose Tiere gewesen. „Die ökologische Durchgängigkeit des Rhumeabschnitts ist entscheidend für eine gewässertypische vielfältige Fischfauna“, heißt es dazu im aktuellen Jahresbericht des NLWKN. Natur- und Artenschutz sind auch die Hauptgründe für die Verlängerung der Rhume, die jetzt folgt. Der Baustart habe sich wegen Kapazitätsengpässen der Firma verzögert, teilt Knoblauch mit. Der Wasserbau soll bis Oktober abgeschlossen, anschließend Pflanzungen und weitere Maßnahmen zur Strukturverbesserung des Flusses folgen. „Es werden Kiesbänke und Totholz in den Lauf eingegracht, und auch die Aue beziehen wir stärker ein“, sagt Knoblauch: „Wir wünschen uns sogar kleinräumige, lokal begrenzte Aufuferungen auf unseren Flächen im unmittelbaren Gewässerrandbereich, damit sich dort langfristig wieder ein Auwald entwickeln kann.“ Gewässer und Landschaft solle wieder das ursprüngliche Geischt zurückgegeben werden.

Natürliche Entwicklung

Der betroffene Flussabschnitt liegt im FFH-Gebiet (Flora und Fauna Habitat) „Oder, Sieber, Rhume“ und steht unter Naturschutz. Das Projekt sei mit dem Rhumeverband und Landwirten abgestimmt worden, sagt Knoblauch. Der Zukauf habe sich auf kleinere Areale beschränkt, da viele Flächen in der Rhumeaue im Landesbesitz seien. Der Bodenaushub solle im Zuge der Gieboldehäuser Flurbereinigung Verwendung finden. Als zentrales Ziel nennt Knoblauch die Förderung der natürlichen Entwicklung der Rhume und eine störungsarme Gewässeraue, als Nebeneffekt Hochwasserschutz durch Entschleunigung und Rückhalteräume für Sedimente.

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