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Umgang mit gescheiterten Ehen

Oberster Kirchenrichter bei Vortrag Umgang mit gescheiterten Ehen

Der Umgang mit gescheiterten Ehen ist in der katholischen Kirche, die keine Scheidung kennt, ein großes Thema. Der oberste Kirchenrichter des Bistums Hildesheim, Christian Wirz, erörtert es am Freitag, 2. September, um 19.30 Uhr im Rhumspringer Pfarrheim.

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Der oberste Kirchenrichter des Bistums Hildesheim, Christian Wirz

Quelle: r

Rhumspringe. Jede zweite Ehe scheitert heute in Deutschland. Das passiert auch Katholiken. „Geschiedene können nicht wieder kirchlich heiraten, da die Kirche die Scheidung nicht anerkennt“, erläutert der promovierte Theologe und Kirchenrechtler dem Tageblatt. Heirateten Geschiedene trotzdem standesamtlich, entstehe aus kirchlicher Sicht eine „irreguläre Situation“. Pfarrer dürften Personen, die in „fortgesetztem Ehebruch“ lebten, nicht zu den Sakramenten zulassen. In Polen werde das streng, in Deutschland nicht so streng gehandhabt.

Die Sache sei allerdings nicht einfach, betont Wirz. Papst Johannes Paul II. habe 1980 darauf hingewiesen, dass es keine kirchlichen Einwände gebe, wenn das Paar wie Bruder und Schwester zusammenleben würde. Selbst wenn der Verbindung Kinder entspringen würden, berechtige das einen Pfarrer nicht, ihnen die Kommunion zu verweigern. Der Grund: Das Paar könnte seine Sünde zwischenzeitlich gebeichtet haben.

„Die Verantwortung liegt beim Gläubigen, er muss sein Gewissen prüfen“, betont Wirz. Auch Papst Franziskus sehe es als Aufgabe des Pfarrers, das Gewissen der Betroffenen zu schärfen. Ein möglicher Ausweg bestehe darin, die frühere Ehe in einem einjährigen Verfahren für nichtig erklären zu lassen. Dazu müssten sie nachweisen, dass es Willensmängel gegeben habe, ein Partner zum Beispiel nicht treu sein wollte oder Kinder willentlich ausgeschlossen habe. Auch eine psychische Eheunfähigkeit könne vorliegen, etwa wenn ein Partner homosexuell veranlagt sei. 19 solcher Verfahren verhandele er pro Jahr. In 70 Prozent seien die früheren Ehe tatsächlich nichtig gewesen.

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