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„Viele in der Gemeinde freuen sich“

Iranische Flüchtlinge wollen zum Christentum übertreten „Viele in der Gemeinde freuen sich“

Vater Unser, Kirchenbesuch und Gleichnisse - für sechs iranische Flüchtlinge in Wollershausen ist das noch Neuland. Derzeit bereiten sie sich beim Taufunterricht darauf vor, zum Christentum überzutreten.

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Für ihren Übertritt zum Christentum haben die Iraner und Iranerinnen unterschiedliche Gründe.

Quelle: NR

Wollershausen. „Haben Sie gemerkt, dass wir das auch im Gottesdienst gesprochen haben? Man spricht das Vater Unser immer am Ende des Gottesdienstes!“ - noch sind es absolute Grundlagen, die Pastor Jens-Arne Edelmann den sechs Iranern vermittelt. Sie sind erst seit wenigen Monaten in Deutschland, haben lernen seit drei Monaten deutsch - zugleich sind sie entschlossen, den Islam als Religion hinter sich zu lassen. „Wenn man in einem Land geboren wird, bekommt man den Glauben von Vater und Mutter - aber jetzt sind wir in einem anderen Land“, erklärt Mojtaba Mir-Oliaei.

Für ihren Übertritt zum Christentum haben die Iraner und Iranerinnen unterschiedliche Gründe: Für Farshad Najafi verspricht das Christentum vor allem „innere Ruhe“: Das Leben von Jesus Christus stehe im Kontrast zu dem, was derzeit im Nahen Osten passiere. In der islamischen Republik habe sie als Frau „nichts zu sagen“ gehabt, klagt hingegen Nahid Najafi: „Anziehen, benehmen, bewegen - all das beherrscht der Islam“.

Das Christentum finden die Sechs „liberaler“, wie sie übereinstimmend erklären. Es gebe keinen permanenten Druck durch religiöse Autoritäten, versucht Sohrab Mahpeyma das zu erklären. Dabei sind die meisten der Iraner eigenen Angaben zufolge mit dem Christentum durchaus vertraut - Mahpeyma sagt aber, dass in seiner Heimat ein Glaubenswechsel keine Option gewesen sei. Denn dort würden harte Strafen bis hin zum Todesurteil drohen.

Hier hingegen könne er seine Religion frei wählen, freut sich Mir-Oliael. Den Weg zum Christentum gehen die Flüchtlinge freiwillig, wie sie immer wieder betonen. Die möglichen Folgen bei einer Rückkehr nach Iran sind für sie zweitrangig.

Stattdessen geht es ihnen beim Übertritt zum Christentum auch um das Ankommen in Deutschland - schon seit Wochen besuchen sie regelmäßig den Gottesdienst. Pastor Edelmann bereitet derzeit die Taufe vor, er ist sich sicher: „Viele in der Gemeinde freuen sich“.

Von Christoph Höland

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