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Pilger mit Helm und Bike

Vierte Motorradwallfahrt Pilger mit Helm und Bike

Eine Motorradwallfahrt führt am Sonntag, 6. August, vom Höherberg nach Germershausen. Drei Mitglieder der Motorradfreunde Duderstadt haben die 90 Kilometer lange Tour ausgearbeitet. 2016 nahmen 150 Biker teil, die zum Teil aus Hannover, dem Weserbergland und Thüringen angereist waren.

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Motoradwallfahrt 2016 auf dem Höherberg

Quelle: Lueder/Archiv

Germershausen. „Wir wollen auf die Menschen zugehen“, erklärt Cornelia Kurth-Scharf vom zwölfköpfigen Germershäuser Wallfahrtsteam. Kirche finde nicht nur hinter Kirchenmauern statt, sie öffne sich. Kirche sei heute bunt und vielfältig. „Eine Motorradwallfahrt bieten wir seit 2014 an“, ergänzt Propst Bernd Galluschke.
Der Bischöfliche Kommissarius, der selbst nicht Motorrad fährt, schwärmt von der „tollen, verschworenen Gemeinschaft“ der Biker. Ihr Zusammenhalt sei „einmalig“. Sähen sie einander auf der Straße, grüßten sie sich und drückten so die „Wertschätzung für den anderen“ aus. Bei einem Unfall zückten sie, im Gegensatz zu manchem Autofahrer, nicht die Handykamera und filmten. Sie hielten an und würden helfen.
„Das Motorrad ist, so gesehen, ein mobiler Segensort“, führt Galluschke aus. Von der Sitzbank aus lasse sich die Schöpfung ganz anders genießen als aus dem Auto. Viele Biker hätten den Wunsch, sich unter den Segen und Schutz Gottes zu stellen. Schließlich sei Motorradfahren „nicht ganz ungefährlich“, was auch am „nicht immer fairen Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer“ liege. So gedächten sie während der Wallfahrt auch tödlich verunglückter Biker.
Im ersten Jahr bat Galluschke den motorradbegeisterten Pfarrer Martin Karras, der auf seinem Bike auch zur Eichsfeldwallfahrt nach Vierzehnheiligen reist, die Route auszuarbeiten. Die beiden kennen sich aus Hannover. 50 Biker kamen. Danach übernahmen das Mitglieder der Duderstädter Motorradfreunde.

(Ungefähre Route, Angaben des Veranstalters)

„Der Propst sprach mit an“, erinnert sich Oliver Schön. Da er bei der Großen Wallfahrt in Germershausen gerne mit dabei sei, helfe er mit. Zwei andere Motorradfreunde unterstützten ihn bei der Organisation der Ausfahrt. Andere Mitglieder ihres Freundeskreises nähmen an der Wallfahrt teil. Sie zeigten so, dass zwischen ihnen und Clubs wie den Hell's Angels oder Bandidos Welten liegen.
„Wir nehmen auch 2017 keine Bundesstraßen, sondern befahren überwiegend kurvenreichen Nebenstrecken“, verspricht Schön. Die Polizei sperre für den Tross Kreuzungen, wo sie nicht die Vorfahrt hätten. Nur langsam bewege sich die Kolonne. Vorne würde 60 bis 70 Kilometer pro Stunde gefahren. Die letzten Biker müssten dann teilweise 120 Kilometer pro Stunde vorlegen, um nicht abgehängt zu werden. „So ein Tross ähnelt einer Ziehharmonika“, erläutert Schön. Zwischendrin sei eine Pause geplant.
„Mit so vielen Menschen Motorrad zu fahren, ist ein Erlebnis“, schwärmt der Biker. „Das Geräusch von 150 startenden Motorrädern geht unter die Haut“, meint Kurth-Scharf vom Wallfahrtsteam beeindruckt. Sie fahre nicht mit, aber ihr Mann. Es stehe noch nicht fest, ob er das Bike oder ein Quad nehme.

Reisesegen, Ausfahrt, Andacht

Die Motorradwallfahrt beginnt am Sonntag, 6. August, um 13 Uhr vor der Wallfahrtskapelle zu Ehren der 14 Heiligen Nothelfer auf dem Höherberg bei Wollbrandshausen. Dort spendet Propst Bernd Galluschke den Bikern und ihren Räden den Reisesegen. Danach geht es über verschiedene Stationen (siehe unten) nach Germershausen. Dort wird der Tross gegen 15 Uhr eintreffen.
Auf der großen Fläche hinter der Kirche am Freialtar feiern die Wallfahrer mit Galluschke gegen 15.30 Uhr eine Andacht. Der Nachmittag endet mit einem geselligen Beisammensein. Das Wallfahrtsteam brät Würstchen. Die katholische Bildungsstätte St. Martin sorgt für Kaffee und Kuchen.
Die Route der Ausfahrt führt durch die landschaftlich reizvolle Landschaft des Eichsfeldes und der angrenzenden Region über folgende Stationen: Höherberg, Thiershäuser Teiche, Gillersheim, Golfclub Hardenberg, Sudershausen, Ebergötzen, Landolfshausen, Rittmarshausen, Nesselröden, Duderstadt (Markstraße, Oberkirche), Mingerode, Obernfeld, Rollshausen, Germershausen.

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