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Taschengeld von der Einschulung an

Vortrag im Caritas-Zentrum Taschengeld von der Einschulung an

„Süßes Leben, überfülltes Kinderzimmer“ ist am Mittwoch das Thema eines Informationsabends für Eltern im Familienzentrum St. Antonius gewesen. Thomas Pohl von der Schuldnerberatungsstelle des Caritas-Centrums Duderstadt hat vor interessierten Müttern und Vätern über Aspekte der Konsumerziehung gesprochen.

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Thomas Pohl

Quelle: Niklas Richter

Gieboldehausen. Der Referent erinnerte zunächst an die zunehmende Verschuldung von Familien in Deutschland. Rund drei Millionen Haushalte gelten als überschuldet, berichtete er. Der gesellschaftliche Trend zum Sofortkredit und Ratenkauf verstärke diese Dynamik zusätzlich.

Würden die notwendigen Finanzkompetenzen für das spätere Leben im familiären Umfeld nicht erlernt, „besteht eine erhöhte Gefahr, dass der defizitäre Umgang mit Geld an die nächste Generation weitergegeben wird“, so Pohl. Eine Erziehung auch in Geldfragen lege also den Grundstein für einen guten Umgang mit Geld im Erwachsenenleben.

Zu viel Geld werde aus verschiedenen Gründen ausgegeben: Im privaten Bereich sei Konsum sehr häufig eine Ersatzbefriedigung für nicht erlernte Strategien der Problembewältigung, erklärte Pohl. Durch Werbung und das Überangebot an Konsumgütern werde die eigentliche Konfliktbewältigung durch ein schnelles Konsumerlebnis in den Hintergrund gedrängt.

Den Zuhörern machte Pohl deutlich, dass die Gabe von Taschengeld an Kinder ein wichtiger Faktor sei, um den Umgang mit Geld zu erlernen. Mit dem Eintritt in das Schulleben empfehle sich die regelmäßige Auszahlung eines fest vereinbarten Betrages.

Wichtig sei, dass Kinder über den Geldbetrag frei verfügen könnten, so der Schuldnerberater. Ab einem bestimmten Alter dürften sich Kinder zudem etwas dazu verdienen, um zu erkennen, in welcher Relation die erbrachte Leistung zum Geld stehe, lautete eine weitere Empfehlung von Pohl.

Das Kinderzimmer gelte es von Zeit zu Zeit zu „entrümpeln, um wieder nötige Spielräume zu schaffen. Pohl erinnerte die Eltern daran, dass sie eine Modellfunktion hätten, die einen wesentlichen Einfluss auf das spätere Konsumverhalten der Kinder habe.

Dies spiegele sich im täglichen Leben wider, unter anderem bei den Fragen, ob die tägliche Brotzeit besser selber zubereitet und mitgenommen oder beim Bäcker gekauft werde, ob der Geburtstagskuchen und die Mahlzeiten selber zubereitet werden oder ob zu Fertigprodukten gegriffen werde und ob schnell ein paar Euro für Dinge ausgegeben werden, für die kein tatsächlicher Bedarf bestehe. art

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