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2000 Unterschriften für bedrohte Wohngruppe

Reinhausen 2000 Unterschriften für bedrohte Wohngruppe

Etwa 2.000 Gleichener und Unterstützer aus anderen Regionen setzen sich dafür ein, dass mehrere psychagogisch betreute Mädchen in Reinhausen bleiben können. Ein Gericht hatte die Wohngruppe nach Baunutzungsrecht als unzulässig eingestuft. Dagegen haben Reinhäuser eine Unterschriftenaktion organisiert.

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Nicole Gulau übergibt die Unterschriften an Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD).

Quelle: SPF

Bischhausen/Reinhausen. „Es ist einfach ganz fürchterlich, dass die Mädchen weg müssen“, sagte die Hauptinitiatorin, Nicole Gulau am Mittwochabend während einer Sitzung des Ratsausschusses für Planung, Umwelt- und Klimaschutz. Sie hatte die Gelegenheit genutzt, in Bischhausen die Listen aller Unterschriften Gleichens Bürgermeister Manfred Kuhlmann (SPD) zu überreichen: fast 500 Unterschriften aus Reinhausen, 747 insgesamt aus der Gemeinde Gleichen und noch etliche aus dem Raum Göttingen und dem Umfeld des Psychagogischen Kinderheims Rittmarshausen. Das betreibt seit gut vier Jahren eine Wohngruppe in Rheinhausen, in der in einem familiären Zusammenhalt bis zu sieben traumatisierte Mädchen leben, die aus stark belasteten Lebenssituationen kommen. Der Landkreis Göttingen hatte die Wohngruppe genehmigt, ein Nachbar hatte dagegen geklagt. Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg festgestellt, dass eine Betreuungseinrichtung in einer als Wohngebiet ausgewiesenen Siedlung nicht zulässig ist.

Die Mädchen seien im Dorf voll integriert, erklärte Gulau vor der Unterschriftenübergabe. Es gebe viele persönliche Kontakte zwischen den Mädchen und anderen Kindern oder Jugendlichen, auch zu Familien. Es sei untragbar, wenn gerade diese traumatisierten Mädchen aufgrund eines veralteten Baunutzungsrechtes aus ihrem familiären Wohnumfeld gerissen werden. Mit der Unterschriftenaktion wolle sie mit ihren Mitstreitern – darunter Jugendliche aus dem Dorf -  ein Zeichen der Solidarität setzen. Zuvor hatten der Ortsrat und Kirchenvorstand aus Reinhausen an die Behörden appelliert, eine Lösung zu finden.

Die will Kuhlmann jetzt ausloten. Das schriftliche Urteil liege seit dieser Woche vor, erklärte der Gemeindebürgermeister. Denkbar wäre, das Baunutzungsrecht an heute übliche Maßstäbe anzupassen und damit auch die Wohngruppe zu ermöglichen.

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